Wir sind vom 28.08. bis 01.09. im Urlaub. Bestellungen sowie Anfragen, die während dieser Zeit eingehen, werden danach sofort bearbeitet. Mehr lesen
Service-Center | Kundeninformationen
Haben Sie Fragen? +43 1 714 15 82

Lexikon

123 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Ä Ö Ü alle

A

Aasseite

Unter Aasseite, auch Fleischseite genannt, versteht man die zum Tierkörper gewandte Seite einer Lederhaut, also die Rückseite einer abgezogenen Tierhaut, die eine angeraute, grobfaserige Oberflächenstruktur besitzt. Die Fleischseite von Lederhäuten wird auch als Veloursleder bezeichnet. Im Gegensatz zur Fleischseite steht die Narbenseite oder Haarseite, die eine glatte, genarbte Oberfläche mit charakteristischem Narbenbild besitzt, je nachdem von welcher Tierart die Lederhaut gewonnen wurde.

Absatz

Mit dem Absatz wird der Teil des Schuhbodens bezeichnet, der sich unter der Ferse befindet. Bei qualitativ hochwertigen oder handgemachten Schuhen dient der Absatz dem Komfort, da er aus mehreren Schichten gefertigt wird und so optimal Stöße beim Gehen abfedert. Meist beträgt seine Höhe etwa 3 cm.

Absatzfleck

Mit einem Absatzfleck wird ein 4 bis 5 mm starkes Lederstück bezeichnet. In einem Herrenschuh werden bis zu sechs Absatzflecken, die somit mehrere Schichten bilden, zu einem Absatz aufgebaut.

Absatzsprengung

Die Absatzsprengung oder Fersensprengung ist ein wichtiges Detail am Leisten. Sie beschreibt, in welcher Höhe die Ferse im fertigen Schuh über dem Boden steht. Die Fersensprengung bestimmt damit die Höhe des Absatzes.

Ä

Ägyptischer Fuß

Unter einem ägyptischen Fuß versteht man eine bestimmte Fußform, die sich aufgrund der unterschiedlichen Länge zwischen Großzehe und zweiter Zehe ergibt. Bei diesem Fußtyp ist die zweite Zehe kürzer als die Großzehe. Weitere Fußtypen sind beispielsweise der griechische Fuß und der römische Fuß.

A

Ahle

Als Ahle (auch „Ort“ oder „Pfriem“) wird ein Schuhmacherwerkzeug bezeichnet. Dieses besteht aus einem Griff und einem spitz zulaufenden Metallstift, mit dem Löcher ins Leder gestochen oder vorhandene Löcher geweitet werden können. Zum Beispiel werden Löcher für die Nähte in die Brandsohle gestochen.

Anilinleder

Als Anilinleder bezeichnet man durchgefärbte Leder, die nach dem Färbeprozess keine weitere Zurichtung erhalten. Diese Leder besitzen eine offenporige Oberfläche mit natürlichem Narbenbild, weshalb hierfür nur makellose Lederhäute verwendet werden können. Anilinleder bestechen durch eine warme und weiche Haptik, sind aber auch sehr anfällig für Verschmutzungen und Verfärbungen, wie z. B. Ausbleichen oder Wasserflecken.

Antikfinish

Unter Antikfinish versteht man eine Form von Schuhkosmetik, bei der die natürliche Alterung eines gepflegten Leders, die sogenannte Patina, auf dem Oberleder eines Schuhs nachgeahmt wird. Hierbei wird in der Regel mit einer Schuhcreme gearbeitet, deren Farbe dunkler ist als die des Oberleders. Diese wird mit einem Auftragslappen oder einer Cremebürste unter Anwendung verschiedener Wischtechniken stellenweise auf dem Schuh verteilt. Das Antikfinish eignet sich für alle durchgefärbten und nicht-schwarzen Oberleder.

Appretur

Mit der Appretur (von französisch „apprèt“, „Ausrüstung, Zurichtung“) wird die letzte und damit oberste Schicht der Lederoberfläche bezeichnet, welche letztlich auch die Materialeigenschaften wie die Optik und Haptik beeinflusst.  

Ä

Äschern

Das Äschern ist als Arbeitsschritt ein Bestandteil der Lederherstellung, bei dem die Haare entfernt sowie der Fettgehalt des Leders als Vorbereitung auf das Gerben reduziert wird. Hierfür wurde früher tatsächlich Holzasche verwendet, heute geschieht dies mit Hilfe von Chemikalien.

A

Auftragsbürste

Mit einer Auftragbürste, die meistens aus Pferdehaar besteht, wird die Schuhcreme auf den Schuh aufgebracht. Um unschöne Farbmischungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, für jede Cremefarbe eine eigene Bürste zu verwenden.

Ausballung

Die Ausballung gehört zu den wichtigsten Bestandteilen des rahmengenähten Herrenschuhs, da sie beim Eintragen das individuelle Fußbett bildet. Bei der Ausballung wird zwischen Brandsohle und Zwischensohle Kork oder Filz eingefügt. Dieses weiche Material verformt sich später entsprechend dem Fuß des Trägers und bietet darüber hinaus hohen Komfort durch isolierende und stoßdämpfende Eigenschaften.  

Außensohle

Als Laufsohle oder Außensohle bezeichnet man die Lauffläche eines Schuhs, d. h. die unterste Sohlenschicht, die in direktem Kontakt zum Boden steht. Umgangssprachlich ist die Laufsohle auch als Schuhsohle bekannt. Die Laufsohle kann – je nach Art der an sie gestellten Anforderungen wie Rutschsicherheit, Abriebfestigkeit oder Wasserdichtigkeit – in mannigfaltigen Ausführungen vorkommen. Während im preiswerteren Modeschuhsegment größtenteils Materialien wie Gummi, Kunststoff, Holz oder auch Kork Verwendung finden, werden bei qualitativ hochwertigen Herrenschuhen in der Regel feinste Leder- und Gummisohlen verwendet. So gibt es bei hier neben einfachen und doppelten Ledersohlen auch Ledersohlen mit Metallspitzen, die den Schuh effektiv vor Abrieb im Spitzenbereich schützen, Ledersohlen mit Gummischutzssohlen, die Rutschfestigkeit und Standfestigkeit bieten, oder auch reine hochwertige Gummisohlen, je nach Wunsch und Anforderung mit Profil oder ohne. Die Stärke der Laufsohle kann je nach Art der Sohle variieren.

Ausleisten

Mit dem Ausleisten wird derjenige Arbeitsschritt bei der Schuhfertigung bezeichnet, bei dem der Schuhmacher nach Fertigstellung des Schuhaufbaus den Leisten aus dem Schuh entfernt.

Ausputz

Als Ausputz oder Finish bezeichnet man die letzten Arbeitsschritte bei der Fertigung eines Schuhs, gewissermaßen der Feinschliff. Hier werden die Absatzränder geschliffen und geglättet sowie die Sohlenränder eingefärbt. Das Aufbringen von schützendem Wachs, eine Behandlung mit Schuhcreme und eine Politur runden dieses Finish ab.

Auszacken

Beim Auszacken werden Lederschnittkanten beseitigt und in manchen Fällen in diesem Zuge verziert. Dies geschieht entweder maschinell mit einer Auszackmaschine oder von Hand mit einem Zackmesser, Schlageisen oder einer Zackschere.

B

Ballenmaß

Das Ballenmaß entspricht der Fußweite oder Schuhweite. Hierunter versteht man den Umfang des Fußes an seiner breitesten Stelle: auf Höhe der Ballen zwischen dem großen und dem kleinen Zeh. Das Ballenmaß ist wichtig für die Passform und Haltbarkeit von Schuhen, denn nur so kann die richtige Schuhweite ermittelt werden. Diese ist für den Tragekomfort und die Fußgesundheit des Trägers wesentlich von Bedeutung.

Beizen

Bei der Lederherstellung wird beim Beizen durch die Zugabe von Enzymen und weiteren Bestandteilen das Leder weich gemacht, da auf diese Weise Eiweiß entzogen wird. Je mehr es gebeizt wird, desto weicher wird das Leder.

Blatt

Das Blatt oder auch Vorderblatt ist ein Bestandteil des Schuhschaftes vorne. Es liegt oben auf den Zehen und dem Mittelfuß auf.

Blattschnitt

Mit dem Blattschnitt bezeichnet man einen klassischen Grundschnitt des Schuhs. Bei einem Blattschnitt liegt das Blatt über den Seitenteilen bzw. Quartieren, sodass eine geschlossene Schnürung entsteht. Bestes Beispiel ist das Herrenschuhmodell Oxford.

Blöße

Als Blöße wird bei der Lederherstellung die saubere und empfindliche Haut genannt, nachdem sie mit Beize und Pickel behandelt wurde und als nächstes gegerbt werden soll.

Blucher

Als Blucher oder Blücher wird ein robustes, minimalistisches klassisches Herrenschuhmodell mit offener Schnürung bezeichnet. Zwar stammt er der Grundform nach vom Derby ab, besitzt aber nicht dessen Quartiere (inkl. Derbybogen), sondern ein einziges Schaftstück plus Schnürungsteile. Der Name bezieht sich auf den preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht Fürst Blücher von Wahlstatt, welcher seine Soldaten mit Stiefeln ausstattete, auf die der heutige Blucher zurückgeht.  

Boden

Unter Boden versteht man den unteren Teil eines Schuhs, der je nach Modell aus einer oder mehreren Sohlen besteht und häufig einen Absatz im Fersenbereich besitzt. Einen einsohligen Boden findet man beispielsweise bei Mokassins. Der Boden von Herrenschuhen besteht aus mindestens zwei Sohlen: der Brandsohle und der Laufsohle. Oftmals ist noch eine weitere Sohle, die Zwischensohle, mit eingenäht, was mehr Tragekomfort bietet.

Boxcalf

Boxcalf bezeichnet ein besonders feines, chromgegerbtes und glanzgestoßenes Leder vom Milchkalb, welches gleichmäßigen, glatten und seidig glänzenden Narben besitzt. Diese traditionelle Lederart wird nicht durchgefärbt, es wird sogar als Qualitätsmerkmal angesehen, wenn die Innenseite ungefärbt bleibt. Verwendet wird Boxcalf vor allem für Schaftteile bei Damen- und Herrenschuhen.

Brandsohle

Brandsohle wird die Innensohle genannt, die zum Fuß ausgerichtete Seite des Schuhbodens und damit das Herzstück des Schuhs, von dem maßgeblich der Tragekomfort abhängt. Sie besitzt zumeist eine Dicke von 1,2 bis 4 mm und wird bei der Schuhherstellung als erstes Lederstück auf den Leisten gebracht und später mit dem Rahmen und dem Schaft vernäht. Idealerweise besteht sie auf einem pflanzlich gegerbten und damit atmungsaktiven Rindsleder.

Brogue

Generell bezeichnet man Schuhe, die mit Lochverzierungen versehen wurden, als Brogues. Die Bezeichnung leitet sich vom gälischen Wort „bróg“ für „Schuh“ ab. Früher Schuhe der einfachen Landbevölkerung mit echten Löchern zum Wasserablauf und schnellen Trocknen, wurden die Brogues bei Jägern und Förstern beliebt, später und natürlich in viel feinerer Version auch in der Oberschicht. Hier nicht mehr durchgelocht, sondern aufgesetzt und nur zur Verzierung gelocht. Verschiedene Ausführungen wie „Halfbrogue“ („Semibrogue“) oder „Fullbrogue“ sind aus der Welt der Herrenschuhe heute nicht mehr wegzudenken.

Broguing

Das Broguing bezeichnet im Allgemeinen die Lochverzierungen bei klassischen Herrenschuhen (bzw. Brogues) oder die Tätigkeit des Verzierens durch verschiedenste Lochmuster selbst.

Budapester

Der Budapester gehört zu den bekanntesten und charakteristischsten Herrenschuhmodellen. Auch als Derby Fullbrogue bezeichnet, ist er vor allem durch seine herzförmige Flügelkappe mit Lochmustern (Lyralochung) gekennzeichnet. Höchstwahrscheinlich stammt dieses klassische Herrenschuhmodell tatsächlich aus der ungarischen Hauptstadt, obwohl er dort „Karlsbader“ genannt wird. Anstelle der geraden Vorderkappe beim Halfbrogue besitzt der Fullbrogue eine herzförmige Flügelkappe, die bis an die Schaftseiten reicht. An den Kanten befindet sich ebenfalls ein Lochmuster sowie eine Lyralochung im vorderen Bereich. Der Fullbrogue gehört durch seine Bodenständigkeit sicher zu den bekanntesten und beliebtesten Modellen. Prominentester Vertreter des Fullbrogues ist sicherlich der Budapester.

C

Captoe

Als Captoe bezeichnet man einen Herrenschuh, dessen vorderer Schuhbereich durch eine Kappennaht unterbrochen bzw. abgesetzt wird (was auch durch eine andere Lederfarbe unterstrichen werden kann) oder der Schuhmacher dort eine Vorderkappe bzw. Querkappe aufsetzt. Auf Verzierungen wie etwa Lochmuster wird hier verzichtet.

Chelsea

Der Chelsea-Boot oder Chelsea-Stiefel ist ein überknöchelhoher Herrenstiefel mit auf beiden Seiten eingebrachten, dehnbaren Gummibandeinsätzen. Der Schuhmacher der englischen Königin Victoria namens J. S. Hall erfand ihn in den 1830er Jahren in London. Die Beatles machten dieses Modell in den 1960er Jahren wieder populär. Durch die Gummibänder lässt sich dieser beliebte Stiefel bequem an- und ausziehen, oftmals von einer am Schaftrand angenähten Zugschlaufe unterstützt.

Chevreau

Als Chevreau oder Chevreauleder bezeichnet man ein besonders weiches und geschmeidiges chromgegerbtes Leder von Zickeln oder Ziegen, das einen glatten und glanzgestoßenen Narben besitzt.

Chevrette

Als Chevrette oder Chevretteleder bezeichnet man chromgegerbtes Schaf- oder Lammleder, das häufig als günstiger Ersatz für das bekannte und hochwertige Chevreauleder verwendet wird. Qualitativ ist das Chevretteleder dem Chevreauleder jedoch unterlegen. Es ist weitaus weniger stabil, strapazierfähig und reißfest. Das Chevretteleder wird traditionell nur eingefärbt, besitzt also eine ungefärbte Innenzone, was als Qualitätsmerkmal angesehen wird.

Chromgerbung

Die Chromgerbung oder Chromsalz-Gerbung, auch mineralische Gerbung genannt, bezeichnet ein im 19. Jahrhundert entwickeltes Verfahren in der Lederherstellung, bei dem rohe, gereinigte Tierhäute (Blößen) unter Verwendung von Chromsalzen zu Leder verarbeitet werden. Dieses Verfahren hat im Vergleich zur Lohgerbung diverse Vorteile: das chromgegerbte Leder wird weitaus weicher, leichter, geschmeidiger, reißfester, hitzebeständiger und ist auch leichter einfärbbar. Daher wird chromgegerbtes Leder gerne für die oberen Schuhteile, den sogenannten Schaft, verwendet. Ein weiterer Vorteil der Chromsalz-Gerbung ist, dass das Gerbverfahren nur wenige Wochen dauert, während die Lohgerbung mehrere Monate in Anspruch nimmt.

Cordovan

Cordovan ist ein hochpreisiges Pferdeleder, das aus den Hinterflanken schwerer Kaltblutpferde stammt, von relativ kleinen Flächen, die „shells“ oder „butts“ genannt werden. Nur zwei ovale Stücke etwa mit der Fläche eines DIN-A4-Blattes lassen sich pro Pferd gewinnen. Im Gegensatz zum Kalbsleder, wo die Narbenseite zur Außenseite wird, wird beim Cordovan die sogenannte Aasseite bzw. Fleischseite zur Deckseite verarbeitet. Der hohe Fettgehalt des Leders macht es besonders wasserabweisend, seine Robustheit macht es sehr stabil, was aber auch zu einer langen Eintragezeit bei Schuhen führt. Da die entsprechenden Arbeitspferde heute rar geworden sind, ist dieses Leder sehr gefragt. Eine der letzten Gerbereien, die dieses über sechs Monate vegetabil gegerbte Leder anbietet, ist die US-amerikanische Firma Horween in Chicago. Der Name Cordovan leitet sich von der spanischen Stadt Córdoba ab, aus der diese Art der Lederverarbeitung stammt.

Croupon

Als Croupon bezeichnet man den stärksten Teil einer Rinderhaut mit einer Dicke von 3 bis 7 mm. Wegen seiner Widerstandsfähigkeit wird es als Bodenleder für Schuhe verwendet, aber auch Absatzflecken lassen sich daraus schneiden.

D

Dainitesohle

Die Dainitesohlen aus Gummi vom britischen Traditionsunternehmen Harboro Rubber Company bestechen durch einen eleganten Sohlenschnitt, sodass sie kaum von einer dünnen Ledersohle zu unterscheiden sind. Trotzdem schützen sie effektiv vor Kälte und Nässe. Durch ihr innovatives Profil bleiben Schmutz und Schnee weniger an der Dainitesohle haften. Dainitesohlen stellen einen guten und eleganten Kompromiss zwischen einer dünnen Ledersohle und der robusten Profilsohle dar.

Deckgefärbtes Leder

Anhand der Farbe der frisch gegerbten Lederhaut kann man erkennen, welches Gerbverfahren angewandt wurde: nach der mineralischen bzw. Chromsalz-Gerbung ist das Leder blau-grau, während lohgegerbtes Leder eine braune Farbe besitzt – je nach Art des verwendeten pflanzlichen Gerbstoffes mal heller, mal dunkler. Nach der Gerbung kann das Leder eingefärbt werden. Neben durchgefärbtem Leder, dass in Fässer mit Farbstoff getaucht wird, bis es komplett von Farbe durchzogen ist, gibt es auch die Möglichkeit, Leder nur einseitig zu färben. Die Farbe wird hierbei mit einer Spritzpistole oder einer Bürste auf die Oberseite der Lederhaut aufgetragen. Diese Methode nennt sich Deckfärbung oder einseitige Färbung. Bei einseitig gefärbtem Leder kann die ursprüngliche Lederfarbe im Falle von tieferen Kratzern oder ähnlichen Verschleißspuren durchscheinen. Auch einseitig gefärbtes Leder wird zugerichtet, d. h. es erhält nach dem Farbauftrag eine zusätzliche Klarlackschicht, auch Top Coat, Finish oder Appretur genannt. Durch die Zurichtung wird das Leder strapazierfähig, fleckenunempfindlich und wasserabweisend. Je nach Dicke der Farb- und Lackschicht ist das Narbenbild mehr oder weniger sichtbar.

Decksohle

Die Decksohle, auch Deckbrandsohle oder Innensohle genannt, bedeckt die Brandsohle im Schuh. Je nach Wunsch des Auftraggebers kann sie die Brandsohle nur teilweise oder ganz bedecken; die zum Fuß gewandte Seite sollte idealerweise aus einem feinen, weichen Kalbsleder gefertigt sein, das Abriebfestigkeit und Schweißbeständigkeit gewährleistet. Die zur Sohle gewandte Seite kann durch eine weitere Unterfütterung den Komfort beim Gehen unterstützen.

Derby

Der Derby ist sicherlich das „einflussreichste“ Herrenschuhmodell, da es viele berühmte Abwandlungen seiner Grundform gibt wie Budapester, Norweger oder Blucher. Auf den ersten Blick erkennt man den Derby am Derbybogen, die gebogene Form der Quartierunterseite, welche in die offene Schnürung mündet. Diese erlaubt das bequeme An- und Ausziehen, denn als Ursprungslegende wird immer wieder die Geschichte erzählt, dass sein Namensgeber, ein wohl untersetzter Graf von Derby, wegen seines kräftigen Fußes einen Schuh verlangt haben soll, der ihm den Einstieg erleichtern würde. Ein kleines Detail ist ebenfalls typisch für den Derby, der Derbyriegel, eine kleine Verstärkungsnaht vorne an den Quartieren. Die minimalistisch-schlichte Formgebung hat den Derby in jedem Fall zu einem Erfolgsmodell gerade im Businessbereich gemacht.

Derbyriegel

Beim Herrenschuhmodell Derby befindet sich an der nach vorne gerichteten Seite der Quartiere eine Verstärkungsnaht, die als Derbyriegel bezeichnet wird. Dieser unterstützt die Stabilität des Schuhs.

Doppeln

Mit dem Doppeln wird bei der Schuhfertigung der Arbeitsschritt benannt, bei dem Rahmen und Zwischensohle oder Laufsohle – von Hand oder mit der Dopplermaschine – miteinander vernäht, aufgedoppelt, werden.

Doppelnaht

Beim sogenannten Doppeln werden Rahmen Zwischensohle und Laufsohle miteinander vernäht. Die hierbei entstehende, außen auf der Oberseite des Rahmens sichtbare Naht nennt sich Doppelnaht, Zweifadennaht oder Doppelsteppstich. Hierbei werden zwei Fäden verwendet, die sich beim Doppeln (ganz gleich ob mit der Hand oder Dopplermaschine) gegenseitig umschlingen. Werden die Fäden zuvor gepecht, wird die Festigkeit der Naht auch bei Beschädigungen erhöht.

Driegenäht

Unter driegenäht oder auch dreifachgenäht versteht man eine Verarbeitungstechnik von Herrenschuhen mit doppelter Sohle. Im Prinzip ist die Methode vergleichbar mit der zwiegenähter Schuhe. Neben der Naht des von außen an den Schaft angenähten Rahmens gibt es hier allerdings nicht nur eine, sondern zwei weitere Nähte: Die erste verbindet den Rahmen mit der Zwischensohle. Diese sogenannte Zwischensohlennaht ist charakteristisch für driegenähte Schuhe. Daneben wird versetzt angebracht eine weitere Naht gesetzt, die den Rahmen mit Zwischensohle und Laufsohle verbindet. Driegenähte Schuhe findet man eher im Alltags- oder Arbeitsschuhbereich, da sie sehr robust und stabil sind.

Durchgefärbte Leder

Nach der Gerbung erfolgt das Färben der Lederhaut, deren Ursprungsfarbe vom angewandten Gerbverfahren abhängt: während chromgegerbtes Leder direkt nach dem Gerben blau-grau aussieht, ist lohgegerbtes Leder in der Regel bräunlich. Bei durchgefärbtem Leder werden die Blößen nach dem Gerben so lange in Fässer mit Farbstoff getaucht, bis sie komplett durchgefärbt sind. Das bedeutet, dass alle Schichten und Fasern der Lederhaut mit Farbstoff durchzogen sind. Im weiteren Verlauf kann die durchgefärbte Lederhaut nach einer vorherigen Grundierung eine zusätzliche Pigmentfarbschicht erhalten. Auf diese wird abschließend der sogenannte Top Coat (auch Appretur oder Finish), eine dünne, durchsichtige Klarlackschicht, aufgetragen. Diesen Prozess der Deckfärbung ist die Zurichtung des Leders. Er dient dazu, die Optik und Eigenschaften der Lederoberfläche zu optimieren: das Leder wird strapazierfähig, fleckenunempfindlich und wasserabweisend. Es gibt auch durchgefärbte Leder ohne zusätzliche Pigment- und Lackschichten, die Anilinleder genannt werden. Aufgrund ihrer offenporigen Oberfläche zeichnen sich diese durch eine warme und weiche Haptik aus, sind aber auch sehr anfällig für Verschmutzungen und Verfärbungen, wie z. B. Ausbleichen oder Wasserflecken. Neben gänzlich durchgefärbtem Leder, gibt es auch Lederarten, bei denen der Vorgang der Fassfärbung frühzeitig abgebrochen wird. Diese eingefärbten Leder besitzen gefärbte Außenzonen und eine ungefärbte Innenzone. Dies wird bei den Ledersorten Rindbox, Boxcalf, Chevreau und Chevrette traditionell als besonderes Qualitätsmerkmal angesehen.

Durchgenäht

Als durchgenäht oder durchgenähte Machart bezeichnet man die Fertigungsweise bei Schuhen, bei denen auf eine doppelte Einstechnaht verzichtet wird und die ohne Rahmen auskommt. Dabei führt man die Naht einfach durch Sohle, Brandsohle und Zwickeinschlag des Schaftes hindurch. Angewendet wird diese Machart bei leichten Schuhe wie Loafern oder Mokassins. Da eine Ausballung ebenfalls nicht nötig ist, reduziert sich der Arbeitsaufwand erheblich, was wiederum zu günstigen Preisen führt. Die durchgenähte Machart wird auch Blake-Machart nach ihrem Erfinder Lyman R. Blake oder McKay-Machart nach ihrem Verbreiter Gordon McKay genannt.

E

Eingefärbte Leder

Nach der Gerbung erfolgt das Färben der Lederhaut, deren Ursprungsfarbe vom angewandten Gerbverfahren abhängt: während chromgegerbtes Leder direkt nach dem Gerben blau-grau aussieht, ist lohgegerbtes Leder in der Regel bräunlich. Bei durchgefärbtem Leder werden die Blößen nach dem Gerben so lange in Fässer mit Farbstoff getaucht, bis sie komplett durchgefärbt sind. Das bedeutet, dass alle Schichten und Fasern der Lederhaut mit Farbstoff durchzogen sind. Im weiteren Verlauf kann die durchgefärbte Lederhaut nach einer vorherigen Grundierung eine zusätzliche Pigmentfarbschicht erhalten. Auf diese wird abschließend der sogenannte Top Coat (auch Appretur oder Finish), eine dünne, durchsichtige Klarlackschicht, aufgetragen. Diesen Prozess der Deckfärbung ist die Zurichtung des Leders. Er dient dazu, die Optik und Eigenschaften der Lederoberfläche zu optimieren: das Leder wird strapazierfähig, fleckenunempfindlich und wasserabweisend. Es gibt auch durchgefärbte Leder ohne zusätzliche Pigment- und Lackschichten, die Anilinleder genannt werden. Aufgrund ihrer offenporigen Oberfläche zeichnen sich diese durch eine warme und weiche Haptik aus, sind aber auch sehr anfällig für Verschmutzungen und Verfärbungen, wie z. B. Ausbleichen oder Wasserflecken. Neben gänzlich durchgefärbtem Leder, gibt es auch Lederarten, bei denen der Vorgang der Fassfärbung frühzeitig abgebrochen wird. Diese eingefärbten Leder besitzen gefärbte Außenzonen und eine ungefärbte Innenzone. Dies wird bei den Ledersorten Rindbox, Boxcalf, Chevreau und Chevrette traditionell als besonderes Qualitätsmerkmal angesehen.

Einstechdamm

Als Einstechdamm oder Einstechsteg bezeichnet man eine Erhebung von etwa 6 mm Breite und 2 mm Höhe, die sich auf der Unterseite der Brandsohle findet und parallel zum Brandsohlenrand verläuft. Durch den Einstechdamm wird die Rahmennaht gezogen, die Brandsohle, Rahmen und Oberleder verbindet.

Englische Leistenform

Die Englische Leistenform überzeugt durch eine insgesamt spitzere Ausrichtung in der Formgebung sowie durch einen flacheren Vorderbereich mit einer ausgewogen konzipierten Spitzenrundung. Diese elegante und im Gegensatz zum Ungarischen Leisten etwas schlankere Leistenform besitzt eine Längenzugabe von 1,5 cm.

Exotenleder

Als Exotenleder werden außergewöhnliche Ledersorten bezeichnet, die nicht den üblichen in Europa verwendeten Lederarten wie etwa Rinds- oder Ziegenleder entsprechen. Zum Beispiel gibt es Leder von Alligator, Krokodil, Strauß, Haifisch, Rochen, Echse, Schlange oder Fischleder.

F

Fersenkappe

Die Hinterkappe oder Fersenkappe ist ein verstärkender Bestandteil des Schuhs im Fersenbereich, um diesem Stabilität zu verleihen. Sie unterstützt als Verlängerung des Absatzes die Form des Schuhs und gibt dem Fuß beim Gehen Sicherheit und Halt. Um die Hinterkappe zu schützen, wird der Einsatz eines Schuhlöffels beim An- und Ausziehen der Schuhe sehr empfohlen.

Fersennaht

Die Fersennaht findet sich im hinteren Teil eines Schuhs. Sie verbindet die beiden Seitenteile des Schafts miteinander. Bei vielen Schuhmodellen ist die Fersennaht durch den Hinterriemen verdeckt. Der Hinterriemen schützt die Fersennaht und sorgt für zusätzliche Stabilität im Fersenbereich des Schuhs.

Fersennaht

Die Fersennaht findet sich im hinteren Teil eines Schuhs. Sie verbindet die beiden Seitenteile des Schafts miteinander. Bei vielen Schuhmodellen ist die Fersennaht durch den Hinterriemen verdeckt. Der Hinterriemen schützt die Fersennaht und sorgt für zusätzliche Stabilität im Fersenbereich des Schuhs.

Fersensprengung

Die Fersensprengung oder Absatzsprengung ist ein wichtiges Detail am Leisten. Sie beschreibt, in welcher Höhe die Ferse im fertigen Schuh über dem Boden steht. Die Fersensprengung bestimmt damit die Höhe des Absatzes.

Finish

Als Ausputz oder Finish bezeichnet man die letzten Arbeitsschritte bei der Fertigung eines Schuhs, gewissermaßen der Feinschliff. Hier werden die Absatzränder geschliffen und geglättet sowie die Sohlenränder eingefärbt. Das Aufbringen von schützendem Wachs, eine Behandlung mit Schuhcreme und eine Politur runden dieses Finish ab.

Fleischseite

Unter Fleischseite, auch Aasseite genannt, versteht man die zum Tierkörper gewandte Seite einer Lederhaut, also die Rückseite einer abgezogenen Tierhaut, die eine angeraute, grobfaserige Oberflächenstruktur besitzt. Die Fleischseite von Lederhäuten wird auch als Veloursleder bezeichnet. Im Gegensatz zur Fleischseite steht die Narbenseite oder Haarseite, die eine glatte, genarbte Oberfläche mit charakteristischem Narbenbild besitzt, je nachdem von welcher Tierart die Lederhaut gewonnen wurde.

Fleischspalt

Der Fleischspalt entsteht bei der Spaltung von dickeren Lederhäuten. Man versteht hierunter den Spalt der Fleischseite einer Lederhaut. Der Fleischspalt besitzt auf beiden Seiten eine angeraute Oberfläche. Nach dem Verlassen der Gerberei kommt der Fleischspalt als Veloursleder oder Spaltvelour auf den Markt.

Flügelkappe

Die Flügelkappe ist ein stilbildendes Element bei den Modellen Budapester und Longwing. Beim Budapester schließt die mit Lyralochung und Lochmusterreihen verzierte, herzförmige Flügelkappe noch vor den Quartieren nach unten ab, beim Longwing verläuft sie gerade nach hinten bis zur Fersennaht.

Französische Leistenform

Die französische Leistenform zeigt einen Leisten, der eine schlanke, fußgenaue Grundform mit einem mittelhohen Rist aufweist, die sich vor allem in der etwas schmaler zulaufenden, flach abfallenden Spitze mit ihrer fast kantig wirkenden Form äußert. Aus dieser ergibt sich eine Überlänge von etwa 2 cm.  

Fullbrogue

Als Fullbrogue oder Full Brogue wird ein klassischer Herrenschuh bezeichnet, der eine herzförmige, bis zu den Schaftseiten verlaufende Flügelkappe besitzt, die mit Lochmustern sowohl auf der Vorderkappe (Lyralochung) als auch entlang der Ränder verziert wurde. Bekanntester Vertreter dieser dekorativen Ausführung ist ohne Frage das Modell Budapester.

Fußbett

Ein individuelles Fußbett prägt sich nach mehrmaligem Tragen eines Schuhs in die innenliegende Brandsohle ein. Dadurch wird der Tragekomfort eines Schuhs wesentlich gesteigert. Die Korkausballung, die im vorderen Schuhbereich unter dem Fußballen unterhalb der Brandsohle eingearbeitet wird, ist maßgeblich an der Bildung des Fußbetts beteiligt und sorgt darüber hinaus für Trittdämpfung und Stabilität.

Fußweite

Die Fußweite oder auch Schuhweite beschreibt den Umfang des Fußes auf Höhe der Ballen zwischen dem großen und dem kleinen Zeh. Dies ist die breiteste Stelle des Fußes. Die Fußweite wird daher auch als Ballenmaß bezeichnet. Die richtige Schuhweite ist essentiell für den Sitz und die Haltbarkeit von Schuhen und trägt maßgeblich zum Tragekomfort und zur Fußgesundheit des Trägers bei.

Futter

Als Futter bezeichnet man das Innere des Schuhs, das direkt mit dem Fuß in Kontakt kommt. Für eine gute Feuchtigkeitsaufnahme und um Allergien zu vermeiden, sollte das hier verwendete Futterleder vegetabil gegerbt und ungefärbt sein. Für Komfort sorgt außerdem die Weichheit des Leders sowie eine saubere Vernähung, damit Druckstellen vermieden werden.

Futterleder

Das Futterleder bezeichnet das im Futter, dem Innenleben des Schuhs, verarbeitete Leder, im Optimalfall weiches, aber beständiges Kalbsleder, das gut Feuchtigkeit aufnehmen kann. Da es direkt mit dem Fuß in Kontakt kommt, sollte hier ungefärbtes und vegetabil gegerbtes Leder zum Einsatz kommen.

G

Gelenkfeder

Die Gelenkfeder oder Stahlfeder befindet sich bei Schuhen mit einfacher Sohle zwischen Brandsohle und Laufsohle, bei Schuhen mit doppelter Sohle zwischen Brandsohle und Zwischensohle. Es handelt sich hierbei um eine um eine etwa 10 cm lange und 1,5 cm breite abgeflachte Feder aus Stahl. Sie wird in den Hohlraum zwischen Rahmen, Keder und Brandsohle eingesetzt, d. h. zwischen Brandsohle und Korkausballung, und reicht von der Mitte des Absatzes bis zum Beginn des Fußballens. Die Gelenkfeder wird abschließend entweder mit einer Lederabdeckung bedeckt, die mit Holzstiften an der Brandsohle fixiert wird, oder wird komplett mit Kork ausgeballt. Sie überspannt also den Teil des Schuhs, der den Boden nicht berührt. Durch die Gelenkfeder erhält der Schuh beim Gehen eine zusätzliche Stabilisierung.

Gelenkstück

Das Gelenkstück befindet sich zwischen dem Absatz und der Trittfläche des Schuhs, also in dem Teil des Schuhs, der den Boden nicht berührt. Es handelt sich hierbei um die Gelenkfeder und ihre Lederabdeckung, die zwischen Brandsohle und Laufsohle (bei einem Schuh mit einfacher Sohle) bzw. zwischen Brandsohle und Zwischensohle (bei einem Schuh mit doppelter Sohle) befestigt werden. So wird gewährleistet, dass Absatz und Sohle beim Gehen stabil bleiben.  

Gemband

Bei der maschinellen Herstellung von rahmengenähten Schuhen verwendetes wenige Millimeter breites Kunststoffband, das von beiden Seiten mit Baumwollstoff oder Leinen bezogen ist und auf den Rand der Brandsohle aufgebracht wird. Mit dem Gemband werden Schaft und Rahmen maschinell vernäht. Im Gegensatz dazu wird bei handeingestochenen Schuhen kein Gemband verwendet. Hier werden Schaft und Rahmen direkt und von Hand an die Brandsohle angenäht.

Gerbung

Als Gerbung bezeichnet man einen Prozess in der Lederherstellung, bei dem rohe, gereinigte Tierhäute – die sogenannten Blößen – unter Zusatz von Gerbstoffen zu Leder verarbeitet werden. Durch das Gerben wird die Tierhaut elastisch, weich und widerstandsfähig. Es gibt verschiedene Gerbverfahren, wie z. B. die pflanzliche oder vegetabile Gerbung – auch Lohgerbung genannt – oder die mineralische Gerbung, die Chromsalz-Gerbung.

Geschlossene Schnürung

Im Gegensatz zur offenen Schnürung begrenzt bei der geschlossenen Schnürung das vorne aufliegende Vorderblatt die Beweglichkeit der Schnürung und schließt sie gewissermaßen ab. Die zu verschnürenden Seitenteile werden so in ihrer Öffnungsweite eingeschränkt. Die elegant wirkende geschlossene Schnürung ist ein wichtiges Merkmal des Modells Oxford, weswegen sie manchmal auch Oxfordschnürung genannt wird.

Glattleder

Unter Glattleder versteht man diejenigen Lederarten, die so verarbeitet werden, dass ihre Narbenseite nach außen zeigt. Glattleder besitzt eine glatte, genarbte Oberfläche und ist nicht aufgeraut. Häufig erkennt man auf Glattleder ein charakteristisches, mal stärker, mal schwächer ausgeprägtes Narbenbild. Dies hängt davon ab, von welcher Tierart die Lederhaut gewonnen wurde. Manchmal wird das Narbenbild auch künstlich auf die glatte Lederoberfläche aufgeprägt. Glattleder gibt es in verschiedenen Varianten: deckgefärbt, durchgefärbt, mit Zurichtung oder ohne. Im Gegensatz zum Glattleder stehen die Rauleder wie z. B. Veloursleder oder Nubukleder.

Goodyear Welt

Goodyear Welt ist die Bezeichnung für eine ursprünglich von dem Deutschen Andreas Eppler erfundene maschinelle Herstellungsmethode von rahmengenähten Schuhen. Mitte des 19. Jahrhunderts ließ sich Charles Goodyear Jr. die Methode patentieren. Er gab der Maschine und dem Verfahren auch seinen Namen. Beim maschinellen Rahmennähen werden die Goodyear-Einstechmaschine und die Goodyear-Aufdoppelmaschine zum Setzen der Nähte verwendet. Bei der maschinellen Herstellung von rahmengenähten Schuhen kommt in der Regel ein Gemband zum Einsatz.

Graf von Derby

Adeliger Namensgeber für das klassische Herrenschuhmodell Derby, das sich durch einen besonderen Schaftschnitt, den sogenannten Derbyschnitt, und eine offene Schnürung auszeichnet. Diese wurde der Legende nach speziell für einen der Grafen von Derby entwickelt, der aufgrund seiner untersetzten Statur und seines hohen Fußrists nach einem Schuh mit einem bequemen Ein- und Ausstieg verlangte.

Graincalf

Als Graincalf bezeichnet man ein festes und geprägtes Kalbsleder mit strapazierfähiger Narbenseite. Dadurch ist es besonders wasserabweisend und unempfindlich gegen Kratzer und Abnutzungsspuren.

Griechischer Fuß

Unter einem griechischen Fuß versteht man eine bestimmte Fußform, die sich aufgrund der unterschiedlichen Länge zwischen Großzehe und zweiter Zehe ergibt. Beim griechischen Fuß ist die zweite Zehe länger als die Großzehe. Weitere Fußtypen sind beispielsweise der ägyptische Fuß und der römische Fuß.

Gummiabsatzfleck

Unter einem Gummiabsatzfleck versteht man eine etwa 6 mm starke Gummiauflage, die am hinteren Ende auf den Absatzfleck aufgesetzt wird – genau an die Stelle, an der der Schuh beim Gehen zuerst den Boden berührt. Der Gummiabsatzfleck sorgt nicht nur für Rutschsicherheit und Trittfestigkeit, sondern schützt den Absatz auch vor Abnutzungserscheinungen.

H

Haarseite

Als Haarseite, auch Narbenseite genannt, bezeichnet man die vom Tierkörper abgewandte Seite einer Lederhaut, also die Oberseite einer abgezogenen Tierhaut. Die Narbenseite kann noch mit Haaren besetzt sein. Unbehaart besitzt die Narbenseite eine glatte, genarbte Oberfläche mit charakteristischem Narbenbild, je nachdem von welcher Tierart die Lederhaut gewonnen wurde. Das Narbenbild ist natürlicherweise geprägt durch Poren, Drüsen und Haarlöchern, aber auch Verletzungen, Insektenstiche oder Hauterkrankungen können das Narbenbild beeinflussen. Im Gegensatz zur Narbenseite steht die Fleischseite, die Rückseite einer Tierhaut, die eine angeraute, grobfaserige Oberfläche besitzt.

Halfbrogue

Als Halfbrogue, auch getrennt geschrieben Half Brogue, oder Semibrogue bezeichnet man einen Herrenschuh, der mit einer Vorderkappe ausgestattet ist, die wiederum mit einer Lyralochung versehen wurde. Diese setzt sich unter Umständen auch auf den Rändern der Seitenteile und ggf. der Hinterkappe fort.  Auf der Vorderkappe befindet sich außerdem ein Sternmuster. Eine beliebte Ausführung dieser Art ist zum Beispiel der Derby Halfbrogue.

Handeingestochen

Bei dieser hochwertigen und aufwendigen Art der Schuhanfertigung werden Rahmen und Schaft direkt und von Hand mit der Brandsohle vernäht. Die Brandsohle wird vorher rangiert, d. h. an der Unterseite mit einem Einstechsteg versehen, an dem später Rahmen und Schaft angenäht werden können, und vorgestochen. Nach dem Zusammennähen von Rahmen, Schaft und Brandsohle werden beim handeingestochenen Schuh in der Regel noch Rahmen und Laufsohle miteinander von Hand vernäht, das sogenannte Doppeln.

Hanffaden

Ein aus etwa 12 Strängen bestehender, gleichmäßig gedrillter Hanffaden wird in der Regel zur Herstellung des Pechdrahts verwendet. Dieser kommt beim Rahmennähen zum Einsatz und besticht durch eine gute Haltbarkeit und besonders dichte Nähte.

Hinterkappe

Die Hinterkappe oder Fersenkappe ist ein verstärkender Bestandteil des Schuhs im Fersenbereich, um diesem Stabilität zu verleihen. Sie unterstützt als Verlängerung des Absatzes die Form des Schuhs und gibt dem Fuß beim Gehen Sicherheit und Halt. Um die Hinterkappe zu schützen, wird der Einsatz eines Schuhlöffels beim An- und Ausziehen der Schuhe sehr empfohlen.

Hinterriemen

Der Hinterriemen ist ein Lederstreifen, der vertikal auf die Fersennaht des Schuhschafts aufgenäht wird. Er dient zur Abdeckung, Verstärkung und zum Schutz der Fersennaht und gibt dem Fersenteil eines Schuhs zusätzlichen Halt.

Hirschkleber

Mit Hirschkleber wird die Vorderkappe verstärkt. Dieser Spezialklebstoff auf Basis modifizierter Stärke zeichnet sich durch eine hervorragende Klebkraft aus und dient bei der Schuhherstellung zur Verstärkung der inneren Vorderkappe. Hirschkleber dringt in das Leder ein und versteift es. Die Atmungsaktivität des Leders bleibt dabei aber dennoch erhalten.

Hohlfuß

Unter einem Hohlfuß versteht man eine meist angeborene Fußform, bei der das Längsgewölbe auch unter Belastung extrem erhöht ist. Aufgrund von Druckstellen und verkrümmten oder versteiften Zehen entstehen zum Teil starke Schmerzen, was Probleme beim Gehen zur Folge haben kann. Spezielle Einlagen und Schuhe mit höherem Schaft können beim Hohlfuß helfen, in extremen Fällen sind operative Maßnahmen nötig.

I

Innenfutter

Das Innenfutter oder Futterleder bezeichnet das im Futter, dem Innenleben des Schuhs, verarbeitete Leder, im Optimalfall weiches, aber beständiges Kalbsleder, das gut Feuchtigkeit aufnehmen kann. Da es direkt mit dem Fuß in Kontakt kommt, sollte hier ungefärbtes und vegetabil gegerbtes Leder zum Einsatz kommen.

J

Juchtenleder

Unter Juchtenleder (auch Juchleder, einfach Juchten oder Juften) versteht man in der Regel lohgegerbtes Rind- oder Kalbsleder, welches mit Birkenteeröl imprägniert ist. Dadurch erhält das Juchtenleder einen charakteristischen rauchigen Geruch und eine enorme Wasserdichtigkeit, ohne seine Geschmeidigkeit zu verlieren. Ursprünglich kam das Juchtenleder aus Russland, wo es mit Weiden- oder Birkenrinde gegerbt wurde. Es findet in der Schuhherstellung als Oberleder Verwendung, kommt aber auch bei Taschen und Sattelwaren zum Einsatz.

K

Keder

Beim Keder unterscheidet man zwischen dem ersten und dem zweiten Keder. Der erste Keder ist ein Lederstreifen, der den im vorderen Schuhbereich angenähten Rahmen im Fersenbereich ergänzt und mit diesem die Basis für die anschließend aufgebrachte Laufsohle bildet. Die Breite und die Stärke des ersten Keders entspricht hier der des angenähten Rahmens. Er wird in der Regel von unten mit Holzstiften an dem Fersenteil der Brandsohle befestigt und gibt hier zusätzlichen Halt. Der zweite Keder kommt im Absatzbereich zum Einsatz und dient dort der Stabilisierung des Absatzes. Es handelt sich hierbei ebenfalls um einen Lederstreifen, der in diesem Fall aber auf die Laufsohle aufgebracht wird und als Basis für den weiteren Absatzaufbau dient. Bei rahmengenähten Schuhen wird der zweite Keder mit Holzstiften befestigt, bei zwiegenähten wird er genäht.

Kernspalt

Der Kernspalt, auch Mittel- oder Zwischenspalt genannt, wird bei der mehrfachen Spaltung von dicken Lederhäuten gewonnen. Er besitzt beidseitig eine angeraute Oberfläche. Der Kernspalt wird auch als Veloursleder oder Spaltvelour bezeichnet.

Kleister

Ursprünglich stellte jeder Schuster seinen eigenen Kleister her: ein Gemisch aus Weizenstärke, Kastanien oder Kartoffeln und Wasser. Auch heute fühlt sich so mancher Schuhmacher noch dieser Tradition verpflichtet. Die Herstellung des Kleisters ist ebenso diffizil wie sein richtiges Aufbringen auf das Leder. Hierbei gilt es, immer das richtige Maß zu halten – nicht zu viel und nicht zu wenig. Der Kleister festigt nicht nur das Leder, er versteift und verstärkt es auch.

Konfektionsschuh

Im Gegensatz zu einem Maßschuh, der auf einem Leisten mit den genauen Fußmaßen des Kunden gefertigt wird, handelt es sich bei einem Konfektionsschuh bzw. bei einer Maßkonfektion um ein standardisiertes Modell. Unterschiedliche Ausführungsstandards wie verschiedene Schuhweiten erlauben es dem Kunden, die am besten passende Variante für sich zu finden. Dies ist eine gängige Praxis bei vielen der bekannten Herrenschuhmacher, so auch in der Feinen Wiener Schuhmanufaktur. Eine hervorragende Verarbeitung, verschiedene Schuhweiten sowie Leder- und Sohlenvarianten erlauben es, auf dem gleichen hohen handwerklichen Niveau wie bei einem Maßschuh unter Einbezug persönlicher Wunschvorstellungen einen etwas preisgünstigeren Schuh herzustellen.  

Kopffärbung

Die Kopffärbung, auch Zurichtung oder Pigmentierung genannt, dient zur optischen Gestaltung der Oberflächenstruktur und zur Optimierung ihrer Eigenschaften. Das Leder wird hierdurch strapazierfähig, wasserabweisend und fleckenunempfindlich. Bei der Zurichtung erhält das Leder nach einer vorherigen Grundierung eine Pigmentfarbschicht und abschließend eine dünne Klarlackschicht, auch Top Coat, Appretur oder Finish genannt. Der Top Coat sorgt für eine glänzende Oberfläche und schützt das Leder vor äußeren Einflüssen. Je nach Dicke der Farb- und Lackschicht ist das Narbenbild mehr oder weniger sichtbar. Zugerichtete Leder werden auch als gedeckte oder pigmentierte Leder bezeichnet. Leder ohne Zurichtung werden Anilinleder genannt. Leder, die nur eine leichte Zurichtung erhalten haben, heißen Semianilinleder.

Korkausballung

Unter der Korkausballung versteht man eine etwa 3 mm starke Korkschicht, die den Hohlraum zwischen Rahmen und Brandsohle ausfüllt. Sie befindet sich im vorderen Schuhbereich unter den Fußballen, also in dem Teil des Schuhs, der nicht von der Gelenkfeder bzw. ihrer Lederabdeckung verdeckt ist. Die Lederabdeckung und die Korkausballung bilden eine plane Fläche, auf die beim Schuh mit einfacher Sohle die Laufsohle, beim Schuh mit doppelter Sohle die Zwischensohle befestigt wird. Die Korkausballung dient nicht nur der Ausfüllung eines Hohlraums. Sie sorgt beim Gehen für Stabilität und Dämpfung. Außerdem prägt sich durch sie bei mehrmaligen Tragen eines Schuhs ein individuelles Fußbett in die Brandsohle ein.

L

Lackleder

Leder, dessen narbenseitige Oberfläche lackiert oder mit einer speziellen spiegelglatten Glanzfolie überzogen wurde, nennt man Lackleder. Für hochwertige Produkte im gehobenen Preissegment werden hierfür hauptsächlich Rinds- oder Kalbsleder verwendet. Aufgrund seiner spiegelglatten Oberflächenbeschichtung aus Polyurethan ist Lackleder zwar einerseits sehr pflegeleicht, da keine zusätzlichen öl- oder fetthaltigen Pflegemittel verwendet werden müssen wie etwa bei anderen Glattlederarten, andererseits ist Lackleder aber auch besonders anfällig für Verschleißspuren wie Kratzer und Macken, die nachträglich nicht mehr repariert werden können. Daher wurde Lackleder traditionell nur zu besonderen und festlichen Anlässen getragen, z. B. ein schwarzer Lackleder-Oxford als perfekter Begleiter zum klassischen Smoking. So wurde das empfindliche Material nur in geringem Maße strapaziert. Heutzutage findet man Lackleder allerdings bei vielen Artikeln des täglichen Gebrauchs, wie Handtaschen, Accessoires und Modeschuhen. Bei diesen Modeartikeln aus dem günstigen Preissegment wird in der Regel Lackleder auf Kunstlederbasis verwendet.

Lasche

Der als Lasche oder Zunge bezeichnete Schaftteil des Schuhs befindet sich direkt unter der Schnürung und wird von den Seitenteilen bedeckt. Die Zunge schützt den Fuß vor eindringendem Schmutz sowie vor Reibung und entlastet den Fußrücken vom Druck der Schnürung.

Laufabsatz

Als Laufabsatz oder auch Oberfleck bezeichnet man die unterste Schicht eines Absatzes, die in direkten Kontakt mit dem Boden kommt. Der Laufabsatz besteht im hochwertigen Herrenschuhsegment häufig aus Leder, welches zum Schutz vor Abrieb eine Kante aus Metall oder Gummi erhält, er kann aber auch vollständig aus Gummi gefertigt sein. Im Gegensatz zur Laufsohle ist der Laufabsatz für Reparaturmaßnahmen austauschbar.

Laufsohle

Als Laufsohle oder Außensohle bezeichnet man die Lauffläche eines Schuhs, d. h. die unterste Sohlenschicht, die in direktem Kontakt zum Boden steht. Umgangssprachlich ist die Laufsohle auch als Schuhsohle bekannt. Die Laufsohle kann – je nach Art der an sie gestellten Anforderungen wie Rutschsicherheit, Abriebfestigkeit oder Wasserdichtigkeit – in mannigfaltigen Ausführungen vorkommen. Während im preiswerteren Modeschuhsegment größtenteils Materialien wie Gummi, Kunststoff, Holz oder auch Kork Verwendung finden, werden bei qualitativ hochwertigen Herrenschuhen in der Regel feinste Leder- und Gummisohlen verwendet. So gibt es bei hier neben einfachen und doppelten Ledersohlen auch Ledersohlen mit Metallspitzen, die den Schuh effektiv vor Abrieb im Spitzenbereich schützen, Ledersohlen mit Gummischutzssohlen, die Rutschfestigkeit und Standfestigkeit bieten, oder auch reine hochwertige Gummisohlen, je nach Wunsch und Anforderung mit Profil oder ohne. Die Stärke der Laufsohle kann je nach Art der Sohle variieren.

Laufsohlennaht

Die Laufsohlennaht verbindet bei Schuhen mit einfacher Sohle Rahmen und Laufsohle und bei Schuhen mit doppelter Sohle Rahmen, Zwischensohle und Laufsohle. Im Gegensatz zur Rahmennaht, die je nach Schuhtyp auch verdeckt sein kann, ist die Laufsohlennaht von außen immer sichtbar.

Leisten

Unter Leisten versteht man eine abstrahierte Holz- oder Kunststoffkopie des menschlichen Fußes, die bei der Schuhanfertigung den Fuß des Kunden ersetzt. Es gibt diverse Grundtypen an Leistenformen, die bereits bestimmte Merkmale eines Schuhmodells besitzen. So z. B. Wiener Leisten, Ungarischer Leisten, Deutscher Leisten, Englischer Leisten, Französischer Leisten und Italienischer Leisten. Beim Maßleisten wird die Fußkopie individuell anhand der Messdaten hergestellt, die vom Schuhmacher beim Maßnehmen erhoben werden. Der Maßleisten vereint damit nicht nur die Charakteristika des Kundenfußes, sondern oft auch die des jeweiligen Leistentyps und des gewählten Schuhmodells.

Loafer

Unter Loafer, gleichbedeutend mit Slipper, versteht man einen klassischen Schuhgrundtyp, bei dem der Schaft aus einem einzigen Lederstück besteht. Slipper sind in der Regel leichte und bequeme Schuhe ohne Schnürung oder Schnallen, in die man ganz einfach hineinschlüpft (von engl. „to slip“). Der Vorfahre der heutigen Slipper ist der Mokassin der nordamerikanischen Ureinwohner. Während die klassischen Mokassins vorwiegend aus weichem und elastischem Leder bestehen und nur eine dünne Sohle ohne Absatz besitzen, entsprechen Slipper vom Grundaufbau her den heutzutage gängigen Schuhtypen, die einen bestimmten Sohlenaufbau und einen Absatz aufweisen. Slipper werden in der Regel eher im Freizeitbereich zu legerer Garderobe getragen. Eine Variante der klassischen Slipper stellt der Penny Loafer dar.

Lochmuster

Lochmuster oder genauer Lyralochung bezeichnet Lochmusterreihen, die mit einem Stanzmesser in regelmäßigen Abständen ausgestanzt werden. Diese Art von Broguing dient als Zierelement. Im Abstand von 5 mm werden 3 mm große Löcher aneinandergereiht und von zwei 1 mm großen Löchern unterbrochen. Diese Verzierungen befinden sich an den Rändern der Schaftteilkanten, ein wichtiges Merkmal von Halfbrogue- und Fullbrogue-Schuhen.

Lohgerbung

Als Lohgerbung oder pflanzliche bzw. vegetabile Gerbung bezeichnet man ein Verfahren, bei dem rohe, gereinigte Tierhäute (Blößen) unter Verwendung von pflanzlichen Gerbstoffen zu Leder verarbeitet und dadurch haltbar, elastisch und strapazierfähig gemacht werden. Als pflanzliche Gerbstoffe dienen hauptsächlich Extrakte aus Fichten-, Eichen- oder Erlenholz, Galläpfel oder auch Sumachgewächse. Dieses Gerbverfahren dauert mehrere Monate und wird auch heute noch für die Herstellung von Sohlenleder und Futterleder verwendet.

Longwing

Wie der Budapester besitzt auch das Schuhmodell Longwing eine herzförmige Flügelkappe. Der Unterschied zwischen beiden Modellen liegt darin, dass beim Budapester die seitlichen Aufläufer oder Flügel noch vor den Quartieren nach unten verlaufen, bei einem Longwing jedoch erstrecken sich diese gerade nach hinten verlaufend bis zur Fersennaht.

Lyralochung

Lochmuster oder genauer Lyralochung bezeichnet Lochmusterreihen, die mit einem Stanzmesser in regelmäßigen Abständen ausgestanzt werden. Diese Art von Broguing dient als Zierelement. Im Abstand von 5 mm werden 3 mm große Löcher aneinandergereiht und von zwei 1 mm großen Löchern unterbrochen. Diese Verzierungen befinden sich an den Rändern der Schaftteilkanten, ein wichtiges Merkmal von Halfbrogue- und Fullbrogue-Schuhen.

M

Machart

Als Machart bezeichnet man die Methode, mit der Schaft und Boden eines Schuhs verbunden werden. Man unterscheidet zwischen mehreren Machartformen: genäht, direkt angesohlt, holzgenagelt, geschraubt und AGO. Die genähte Machart ist die traditionelle Methode, bei der Oberleder und Sohle entweder von Hand oder maschinell verbunden werden. Die direkt angesohlte Machart findet man bei Sport- oder Modeschuhen mit Kunststoffsohlen. Hier wird die Sohle entweder an direkt das Schuhoberteil anvulkanisiert oder angespritzt. Bei der AGO-Machart (AGO = another great opportunity), die Anfang des 20. Jahrhunderts von einem Italiener entwickelt wurde, werden Schaft und Boden eines Schuhs miteinander verklebt. Bei dieser Machart ist es auch möglich, Leder mit Leder zu verkleben. Holzgenagelt und geschraubt wurden früher robuste Gebrauchsschuhe. Heutzutage werden diese beiden Macharten nicht mehr verwendet.

Maßkonfektion

Im Gegensatz zu einem Maßschuh, der auf einem Leisten mit den genauen Fußmaßen des Kunden gefertigt wird, handelt es sich bei einem Konfektionsschuh bzw. bei einer Maßkonfektion um ein standardisiertes Modell. Unterschiedliche Ausführungsstandards wie verschiedene Schuhweiten erlauben es dem Kunden, die am besten passende Variante für sich zu finden. Dies ist eine gängige Praxis bei vielen der bekannten Herrenschuhmacher, so auch in der Feinen Wiener Schuhmanufaktur. Eine hervorragende Verarbeitung, verschiedene Schuhweiten sowie Leder- und Sohlenvarianten erlauben es, auf dem gleichen hohen handwerklichen Niveau wie bei einem Maßschuh unter Einbezug persönlicher Wunschvorstellungen einen etwas preisgünstigeren Schuh herzustellen.

Maßleisten

Ein Maßleisten ist eine individuell angefertigte abstrahierte Holzkopie des menschlichen Fußes. Dieser wird anhand der Messdaten hergestellt, die vom Schuhmacher beim Maßnehmen erhoben werden. Der Maßleisten besitzt alle charakteristischen Merkmale des Kundenfußes und ersetzt diesen bei der Schuhanfertigung.

Maßschuh

Individueller und handgefertigter Schuh, der auf einem Leisten mit den genauen Fußmaßen des Kunden gefertigt. Die Fußmaße sind in den sogenannten Fußdokumenten zusammengefasst, die der Schuhmacher beim Maßnehmen erhält.

Mokassin

Traditioneller Schuh der nordamerikanischen Ureinwohner, der aus weichem und flexiblem Leder besteht und nur eine dünne, einfache Sohle ohne speziellen Sohlenaufbau und Absatz besitzt. Schaft und Sohle werden aus einem einzigen Lederstück gebildet. Der indianische Mokassin ist der Vorfahre der heutigen Slipper oder Loafer, die allerdings vom Grundaufbau her den heutzutage gängigen Schuhtypen bzgl. Sohlenaufbau und Absatz entsprechen. Doch auch heutzutage sind Mokassins im Handel erhältlich und tragen zumeist eine Kunststoff- oder Gummibenoppung an der Schuhunterseite anstelle einer klassischen Schuhsohle.

Monkstrap

Das extravagante Herrenschuhmodell Monkstrap, zumeist kurz Monk genannt, soll der Legende nach auf die Schuhe von alpenländischen Mönchen im 15. Jahrhundert zurückgehen, tatsächlich dürfte er seinen Ursprung aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben. Der minimalistisch geschnittene Schuh, der auf dem Grundschnitt eines Derbys basiert, weist statt einer Schnürung seitlich eine oder zwei Schließen auf, bei zwei Schließen wird auch vom Doppelmonk gesprochen. Das als aristokratisch betrachtete Modell gehört trotzdem eher in den Freizeitbereich.

N

Narbenbild

Das Narbenbild ist für jede Lederart charakteristisch. Man findet es auf der Narbenseite einer Lederhaut, die in unbehaarter Form eine glatte und genarbte Oberfläche besitzt. Das Narbenbild ist natürlicherweise durch Poren, Haarlöcher und Drüsen geprägt und kann, je nach Lederart, fein- oder grobnarbig sein. Feinnarbiges Leder besitzt eine glatte, weiche Oberfläche ohne sichtbare Poren, wie z. B. Kalbs- oder Lammleder. Grobnarbige Leder, wie z. B. Rindsleder oder Büffelleder, zeichnen sich dagegen durch eine markantere Oberflächenstruktur aus. Das natürliche Narbenbild kann, insbesondere bei Wildtierleder, durch Verletzungen, Hauterkrankungen oder Insektenstiche beeinflusst werden.

Narbenseite

Als Narbenseite, auch Haarseite genannt, bezeichnet man die vom Tierkörper abgewandte Seite einer Lederhaut, also die Oberseite einer abgezogenen Tierhaut. Die Narbenseite kann noch mit Haaren besetzt sein. Unbehaart besitzt die Narbenseite eine glatte, genarbte Oberfläche mit charakteristischem Narbenbild, je nachdem von welcher Tierart die Lederhaut gewonnen wurde. Das Narbenbild ist natürlicherweise geprägt durch Poren, Drüsen und Haarlöchern, aber auch Verletzungen, Insektenstiche oder Hauterkrankungen können das Narbenbild beeinflussen. Im Gegensatz zur Narbenseite steht die Fleischseite, die Rückseite einer Tierhaut, die eine angeraute, grobfaserige Oberfläche besitzt.

Narbenspalt

Der Narbenspalt entsteht bei der Spaltung von dickeren Lederhäuten. Der Narbenspalt stellt die wertvollste Schicht dar, die aufgrund der vorhandenen Narbenseite das charakteristische Narbenbild bzw. die Haarseite und die größte Reißfestigkeit besitzt. Die Unterseite des Narbenspalts ist angeraut. Aus dem Narbenspalt kann durch Anrauung der glatten Oberfläche Nubukleder hergestellt werden. Der Begriff Narbenspalt wird in erster Linie innerhalb der Gerberei verwendet. Nach dem Verlassen der Gerberei kommt der Narbenspalt als z. B. als Glattleder oder Nubukleder in den Handel.

Normalfuß

Unter einem Normalfuß versteht man eine Fußform, bei der keine Fehlstellungen aufzufinden sind und bei der die Muskulatur kräftig und normal ausgebildet ist. Die Kontaktfläche des Fußes ist optimal: Ferse und Fußballen tragen hauptsächlich das Körpergewicht, während der Fußinnenrand bzw. das Längsgewölbe nicht aufliegen.

Norweger

Ein beliebtes Herrenschuhmodell mit hohem Wiedererkennungswert ist der auf dem Modell Derby basierende Norweger. Kennzeichnend ist der Blatteinsatz im Vorderbereich des Schuhs, der von einer rundherum laufenden Naht gesäumt wird. Dieses vermutlich von traditionellen Fischerschuhen inspirierte Modell trägt darüber hinaus eine vertikal verlaufende Naht an der Schuhspitze und wird tendenziell eher im Freizeitbereich getragen.

Nubukleder

Als Nubukleder bezeichnet man Leder, das durch einen Anschliff der Narbenseite einen feinen, samtartigen Oberflächenflor erhält. Nubukleder ist das einzige Rauleder, das nicht auf der Fleischseite angeschliffen wird. Das natürliche Narbenbild des Leders bleibt trotz des Schliffs erhalten, daher können hierfür nur makellose Leder verwendet werden. Nubukleder zeichnen sich durch einen weichen Griff und eine erhöhte Atmungsaktivität aus, allerdings sind sie aufgrund der angeschliffenen Oberfläche auch anfälliger für Wasser- und Schmutzflecken sowie speckige Stellen als Glattleder. Daher wird auch hier eine regelmäßige Pflege und Reinigung empfohlen. Zu Nubukleder werden in erster Linie Rinds- und Kalbsleder verarbeitet, es gibt aber auch Nubukleder aus anderen Tierhäuten wie etwa Ziege, Lamm oder Hirsch. Neben Schuhen und Bekleidungsartikeln, z. B. Handschuhen oder Handtaschen, kommt Nubukleder auch im Polstermöbelbereich und selten auch als Autoleder zum Einsatz.

O

Oberfleck

Als Laufabsatz oder auch Oberfleck bezeichnet man die unterste Schicht eines Absatzes, die in direkten Kontakt mit dem Boden kommt. Der Laufabsatz besteht im hochwertigen Herrenschuhsegment häufig aus Leder, welches zum Schutz vor Abrieb eine Kante aus Metall oder Gummi erhält, er kann aber auch vollständig aus Gummi gefertigt sein. Im Gegensatz zur Laufsohle ist der Laufabsatz für Reparaturmaßnahmen austauschbar.

Oberleder

Das Oberleder bildet den Schaftteil eines Schuhs. Es besteht in der Regel aus dem chromgegerbten Narbenspalt, der wertvollsten Schicht der Lederhäute, und hat eine Stärke von 1,2–1,5 mm. Leder, das als Oberleder verwendet werden soll, muss gewisse Eigenschaften mitbringen, wie z. B. ein schönes Narbenbild, eine weiche Haptik, Reißfestigkeit und Wasserdichtigkeit. Je nach Art und Verwendungszweck des Schuhwerks muss das Oberleder sorgfältig ausgewählt werden. Neben den Ledersorten Rindbox, Boxcalf, Chevreau und Chevrette finden auch Veloursleder, Nubukleder und Lackleder als Schuhoberleder Verwendung.

Offene Schnürung

Bei einer offenen Schnürung liegen die Schaftteile, die durch die Schnürung zusammengezogen werden sollen, auf dem Vorderblatt auf, wie beim Modell Derby, oder der Schnürverschluss wurde auf die Seitenteile aufgesetzt, wie dies beim Blucher geschieht. Nach vorne bleibt in jedem Fall ein nach unten breiter werdender Spalt über der Zunge offen. Diese Art der Schnürung erlaubt größere Flexibilität, die Weite lässt sich gerade bei einem Fuß mit hohem Spann gut regulieren und auch der Einstieg erweist sich als angenehmer als bei einer geschlossenen Schnürung.  

Ö

Öse

Als Öse oder auch Schnüröse bezeichnet man einen kleinen Ring oder Haken, der zum Verschließen von Schnürschuhen dient. Die Ösen können aus Metall oder Kunststoff bestehen. In Ringform findet man sie in Schnürlöcher eingesetzt, wo sie die Lochränder festigen und ein Ausreißen der Schnürlöcher verhindern. Hakenförmige Schnürösen findet man eher bei robusterem Schuhwerk, häufig auch in Kombination mit ringförmigen Schnürösen.

O

Oxford

Der Oxford ist eines der berühmtesten und feinsten Herrenschuhmodelle. Seinen Namen verdankt er seinem Ursprung im Studentenmilieu der Universitätsstadt Oxford, welches mit dieser Art des Schuhwerks im 19. Jahrhundert gegen die gängige Mode der Stiefel aufbegehrt haben soll. Die charakteristische geschlossene Schnürung macht ihn gerade in der schlichten und schmucklosen Variante zu einem eher konservativen, aber zeitlosen Modell.

P

Passform

Die Passform eines Schuhs wird dadurch erreicht, dass er an den menschlichen Fuß angepasst wird. Für die Passform sind in erster Linie zwei Komponenten wichtig: die Schuhlänge und die Schuhweite. Zusätzlich muss auf die jeweilige Fußform geachtet werden. Da Füße von Mensch zu Mensch bezüglich Größe, Form, Breite und Weite stark variieren, sollte man für eine optimale Passform auf Maßschuhe vom Schuhmacher zurückgreifen. Gut sitzende und bequeme Schuhe tragen maßgeblich zum Tragekomfort und zur Fußgesundheit bei.

Pechdraht

Unter Pechdraht versteht man einen etwa 2 m langen und aus mehreren Strängen gleichmäßig gedrehten Leinen- oder Hanffaden, der mit Pech, einem Gemisch aus Bienenwachs, Harz und Paraffin, behandelt wurde. Der Überzug aus Pech hält die Fasern des Fadens zusammen und macht den Pechdraht strapazierfähig und wasserfest. Dies ist wichtig, da der Pechdraht zum Rahmennähen von Schuhen verwendet wird.

Penny Loafer

Eine Variante der klassischen Slipper. Charakteristisch für Penny Loafer ist eine Lederspangenverzierung über der Zunge des Schuhs. Der Ursprung des Namens Penny Loafer ist nicht hundertprozentig gesichert. Eine der vielen Theorien besagt, dass amerikanische Studenten ein One-Penny-Stück als Glücksbringer unter die Zierspange klemmten und dem Schuhmodell so zu seinem Namen verhalfen.

Pigmentierung

Die Pigmentierung, auch Zurichtung oder Kopffärbung genannt, dient zur optischen Gestaltung der Oberflächenstruktur und zur Optimierung ihrer Eigenschaften. Das Leder wird hierdurch strapazierfähig, wasserabweisend und fleckenunempfindlich. Bei der Zurichtung erhält das Leder nach einer vorherigen Grundierung eine Pigmentfarbschicht und abschließend eine dünne Klarlackschicht, auch Top Coat, Appretur oder Finish genannt. Der Top Coat sorgt für eine glänzende Oberfläche und schützt das Leder vor äußeren Einflüssen. Je nach Dicke der Farb- und Lackschicht ist das Narbenbild mehr oder weniger sichtbar. Zugerichtete Leder werden auch als gedeckte oder pigmentierte Leder bezeichnet. Leder ohne Zurichtung werden Anilinleder genannt. Leder, die nur eine leichte Zurichtung erhalten haben, heißen Semianilinleder.

Plattfuß

Als Plattfuß bezeichnet man eine extreme Form des Senkfußes, bei dem das Längsgewölbe so sehr abgesenkt ist, dass die gesamte Fußfläche auf dem Boden aufliegt. Plattfüße können angeboren sein, in der Regel ist die Ursache aber eine zu schwache Fußmuskulatur aufgrund von übermäßigem Sitzen und zu wenig Bewegung. Auch das falsche Schuhwerk kann die Entwicklung eines Plattfußes begünstigen.

Politur

Beim Polieren werden Schuhe nach dem Reinigen z. B. mit Schuhcreme und einem Auftragslappen oder einer Cremebürste abgerieben, um das Leder zu pflegen und es zum Glänzen zu bringen. Die Auswahl an Pflegemitteln ist immens und sollte je nach Lederart sorgfältig gewählt sein. Während man Glattleder bereits mit einer gefärbten oder farblosen Hartwachscreme aus der Blechdose optimal und wirtschaftlich pflegen kann, benötigen Rauleder spezielle Pflegemittel. Wirklich hochglänzende Schuhe erhält man bei mit Schuhcreme vorbehandelten Glattlederschuhen mithilfe der Wasserpolitur, für die ausschließlich Leitungswasser und ein Auftragslappen benötigt werden. Die Politur verleiht Schuhen nicht nur ein gepflegtes Äußeres, sie sorgt auch für deren Langlebigkeit, Wasserdichtigkeit und Strapazierfähigkeit.

Prägung

Unter Prägung versteht man das Erschaffen eines künstlichen Narbenbildes durch Aufpressen oder Walzen. In diesem Zusammenhang wird das natürliche Narbenbild durch das künstliche überdeckt. Leder wird aus verschiedenen Gründen geprägt, so z. B. aus modischen und ästhetischen Aspekten, um bei einem Leder ein bestimmtes Narbenbild nachzuahmen wie etwa Krokodilleder oder Straußenleder. Aber auch besondere Motive und Bilder können auf das Leder aufgeprägt werden. In der Regel werden Prägungen vorgenommen, um ein einheitliches Narbenbild zu erschaffen und eventuelle Unregelmäßigkeiten der Lederhaut aufgrund von Verletzungen oder Insektenstichen zu korrigieren.

Q

Quartiere

Als Quartiere werden die Seitenteile oder Hinterteile des Schafts bezeichnet, die um den Einschlupf herum verlaufen und vorne in die Schnürung übergehen.

R

Rahmen

Der Rahmen bildet die Tragekonstruktion eines Schuhs und fixiert Schaft, Brandsohle und Sohle miteinander. Er dient somit maßgeblich der Stabilität des Schuhs. Der Rahmen besteht aus Rindsleder und ist bei rahmengenähten Herrenschuhen im Schnitt 60 cm lang, etwa 2 cm breit und 3 mm stark, bei zwiegenähten Herrenschuhen ist er gewöhnlich etwas breiter. Die Rahmennaht, die Brandsohle, Oberleder und Rahmen miteinander verbindet, ist bei rahmengenähten Herrenschuhen von außen nicht sichtbar, da sie später von der Laufsohle überdeckt wird. Anders verhält es sich bei zwiegenähten Schuhen: hier ist die Rahmennaht von außen deutlich zu erkennen, da hier der Rahmen von außen am Oberleder angenäht wird. Bei günstigen Modeschuhen findet man häufig angeklebte Rahmen, die hier allerdings nur der Zierde und nicht der Stabilität der Schuhs dienen.

Rahmengenäht

Hierunter versteht man – wie beim zwiegenähten Schuh – eine Verarbeitungstechnik bei der Herstellung von handgefertigten Herrenschuhen. Mit Hilfe der sogenannten Rahmennaht wird hier der Rahmen mit dem Schaft und der Brandsohle eines Schuhs verbunden. Die gesetzte Naht ist von außen nicht sichtbar. Rahmengenähte Herrenschuhe gibt es mit einfacher und doppelter Sohle. Sie zeichnen sich durch Eleganz und Leichtigkeit aus und sind sowohl für den Alltag als auch für festliche Anlässe geeignet. Besonders hervorzuheben ist ihre außerordentliche Qualität und die Möglichkeit, diese Schuhe immer wieder reparieren zu lassen. Dies führt zu einer hohen Lebensdauer und macht sie – trotz ihres Anschaffungspreises – äußerst wirtschaftlich.

Rahmennaht

Die Rahmennaht verbindet den Rahmen mit dem Schaft und der Brandsohle eines Schuhs. Gewöhnlich wird zum Rahmennähen ein Hanf- oder Leinenfaden verwendet, der mit Pech – einem Gemisch aus Bienenwachs, Harz und Paraffin – behandelt wurde. Durch das Pech wird der Faden strapazierfähig und wasserfest. Das gleichmäßige Setzen der Nahtstiche bei der Herstellung ist essentiell für die Haltbarkeit der Schuhe. Bei rahmengenähten Herrenschuhen ist die Rahmennaht von außen nicht zu sehen, nur bei zwiegenähte Schuhen ist sie erkennbar.

Rauleder

Unter Rauleder versteht man alle Lederarten mit angerauter Oberflächenstruktur. Durch die Anrauung der Fleischseite erhält das Leder eine samtige und matte Oberfläche. Da es nicht gespalten wurde, ist es besonders stabil, aber doch auch geschmeidig. Zu den Rauledern gehört, neben Wildleder und Veloursleder, auch das Nubukleder. Die Raulederarten unterscheiden sich in erster Linie durch die Art der Bearbeitung und die tierische Herkunft des Leders. Umgangssprachlich werden die verschiedenen Raulederarten gerne fälschlicherweise als Synonym füreinander verwendet werden. Aus Rauleder werden sowohl Schuhe und Taschen als auch Bekleidungs- und Polsterartikel hergestellt.

Rendenbach-Leder

Das Unternehmen Joh. Rendenbach jr. produziert seit 1871 hochwertiges Leder im traditionellen Altgrubengerbverfahren. Bei dieser Variante der vegetabilen bzw. pflanzlichen Gerbung, auch Lohgerbung genannt, werden die von Fleisch und Haaren bereinigten Tierhäute (Blößen) in alten, etwa drei Meter tiefen Eichenholzgruben unter Zuhilfenahme von natürlichen Gerbstoffen, wie verschiedene Baumrinden und Früchte, auf schonende Art und Weise etwa 12 Monate lang gegerbt. Diese spezielle und äußerst umweltschonende Art der Gerbung nennt sich traditionelle Eichenloh-Grubengerbung. Das durch dieses besondere Verfahren gewonnene Leder zeichnet sich durch einzigartige Qualitätsmerkmale aus. Es ist besonders hautverträglich extrem abriebfest, formstabil und dabei dennoch flexibel. Diese Vorzüge, ebenso wie seine hervorragende Beschaffenheit, sein hoher Tragekomfort, seine natürliche Wasserresistenz, seine hohe Atmungsaktivität und sein leichtes Gewicht, prädestinieren das Rendenbach-Leder für die Verarbeitung als Ledersohlen in qualitativ hochwertigen Herrenschuhen. So steht der Name Rendenbach weltweit stellvertretend für erstklassige und qualitativ hochwertig gefertigte Ledersohlen für Kunden mit höchsten Ansprüchen.

Rindbox

Unter Rindbox versteht man chromgegerbtes Rindleder, welches häufig für das Oberleder des Schafts von Alltags- und Gebrauchsschuhen verwendet wird und das durch seine robuste Struktur und Festigkeit besticht, aber dennoch biegsam ist. Rindboxleder ist häufig mit einer Kunstnarbenschicht versehen, wie z. B. dem Scotchgrain.

Rindleder

In der Schuhherstellung wird häufig Rindleder als Ausgangsmaterial verwendet. Während bei Schuhen für das Oberleder des Schafts chromgegerbtes Leder, häufig Rindleder (Rindbox), verwendet wird, das sich durch seine Geschmeidigkeit und Weichheit auszeichnet, kommt für die unteren Teile eines hochwertigen Herrenschuhs, die beim Tragen hohen Belastungen ausgesetzt sind, lohgegerbtes Rindleder zum Einsatz. Dieses ist besonders strapazierfähig, formstabil und dennoch flexibel sowie hitze- und nässebeständig. Während Brandsohle, Zwischensohle, Rahmen, Vorderkappe und Hinterkappe aus dem dünneren, nur etwa 2,5–3,5 mm starken Leder der Hals- und Bauchpartie des Rindes gewonnen werden, verwendet man für Laufsohle und die Absatzflecken den etwa 6 mm starken Bereich links und rechts der Wirbelsäule, das sogenannte Croupon oder Kernleder.

Riss

Unter Riss versteht man einen parallel zum Rand der Laufsohle verlaufenden Einschnitt. In ihm verläuft die Laufsohlennaht.

Risslippe

Beim Einschneiden des Risses wölbt sich ein kleiner Lederrand auf, die sogenannte Risslippe. Nach dem Setzen der Laufsohlennaht wird der Lederrand vorgeklappt, verklebt und durch Hammerschläge so verdichtet, dass der Riss später kaum mehr sichtbar ist. Durch die Risslippe wird die Laufsohlennaht verdeckt und vor Abnutzung bei Gehen geschützt.

Rochenleder

Zu den exotischen und seltenen Lederarten gehört das Rochenleder. Aufgrund seiner besonderen Oberflächenstruktur, die an kleine Glasperlen erinnert, hat es in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen. Rochenleder zeichnet sich – wie alle anderen Fischleder – durch eine große Elastizität, Reißfestigkeit und Widerstandfähigkeit aus und besticht mit einer extravaganten Optik und Haptik.

Römischer Fuß

Unter einem römischen Fuß versteht man eine bestimmte Fußform, die sich aufgrund der unterschiedlichen Länge zwischen Großzehe und zweiter Zehe ergibt. Den römischen Fuß kennzeichnet, dass die zweite Zehe und die Großzehe gleich lang sind. Dieser Fußtyp wird auch quadratischer Fuß genannt. Weitere Fußtypen sind beispielsweise der ägyptische Fuß und der griechische Fuß.

S

Saddlecalf

Als Saddlecalf bezeichnet man ein glattes, kräftiges Kalbsleder, dessen Narbenseite eine leichte Patina besitzt. Dieses feste und kernige Leder ist ideal für elegante und gleichzeitig strapazierfähige Herrenschuhe.

Sattelleder

Unter Sattelleder versteht man, entgegen der geläufigen Annahme, nicht ausschließlich Leder, dass für Pferdesättel verwendet wird. Sattelleder kommt auch bei Möbeln, Taschen und Accessoires zum Einsatz. So werden feste und widerstandsfähige Ledersorten wie Blank- oder Kernleder gerne als Sattelleder bezeichnet. Auch Leder mit besonderer Patina kommen häufig als Sattelleder auf den Markt.

Schaft

Als Schaft bezeichnet man den oberen Teil des Schuhs, der aus mehreren Elementen besteht wie z. B. dem Außenschaft (Vorderblatt, Seiten- und Hinterteile), dem Innenschaft (Futterleder) sowie dem Zwischenschaft (Zunge, Zwischenfutter). Der sogenannte Schaftschnitt, d. h. die Form und Anzahl der Elemente, aus denen der Schaft besteht, bestimmen das jeweilige Modell des Schuhs. Zur feineren Differenzierung der unterschiedlichen Schuhmodelle dienen u. a. die Art des Verschlusses, Verzierungen und Nähte sowie die Höhe des Schaftes.

Schleifpapier

Schleifpapier ist für den Schuhmacher ein wichtiges Hilfsmittel bei der Bearbeitung und Glättung von Schnittkanten im Rahmen der Schuhherstellung. Schleifpapier gibt es in verschiedenen Körnungen: von grob bis sehr fein. Je nach Art der Oberflächenbearbeitung muss der Schuhmacher das entsprechende Schleifpapier auswählen.

Schnürlöcher

Unter Schnürlöchern versteht man etwa 2–3 mm große Löcher, die sich in der Regel in den Seitenteilen des Schafts befinden. Durch sie werden die Schnürsenkel gezogen. Die Schnürlöcher werden meist in einem Abstand von 1–1,5 cm aus den Seitenteilen ausgestanzt. Beim klassischen Herrenschnürschuh gibt es gewöhnlich 5 Schnürlöcher, die immer paarweise angeordnet sind.

Schnürschuh

Als Schnürschuh bezeichnet man im Zusammenhang mit klassischen Herrenschuhen meist die drei Hauptvertreter Oxford, Blucher und den Derby, da diese – wie sollte es auch anders sein – eine Schnürung aufweisen.

Schnürung

Die Schnürung bezeichnet die jenige Art und Weise, mit welcher der Schuh mit Schnürsenkeln geschnürt wird. Hierbei unterscheidet man die offene Schnürung und die geschlossene Schnürung. Diese hängt wiederum vom Schuhmodell ab, ein Oxford beispielsweise besitzt eine geschlossene, ein Derby eine offene Schnürung.  

Schuhcreme

Erfunden im Jahr 1901 in der Mainzer Wachswarenfabrik, löste die moderne Schuhcreme die bis dahin gebräuchliche Schuhwichse komplett ab und ist bis heute das Lederpflegemittel der ersten Wahl. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Schuhcremetypen: Hartwachscreme und Emulsionscreme. Schuhcreme dient in erster Linie der Pflege und Imprägnierung von Glattlederschuhen. Sie verleiht Glanz und Geschmeidigkeit, wirkt rückfettend und farbauffrischend und schützt das Leder vor Nässe, Abrieb und Austrocknung.

Schuhe

Unter einem Schuh (althochdeutsch: scuoh) versteht man eine Fußbekleidung, die ursprünglich in erster Linie zum Schutz des Fußes diente. So wurden primitive Schuhformen vermutlich bereits in der Steinzeit verwendet. In der Antike und im Mittelalter gaben Schuhe auch Auskunft über den sozialen Status des Trägers. Die klassischen Herrenschuhmodelle, die auch heute noch aktuell sind, wurden im 19. Jahrhundert entwickelt. Technisch gesehen besteht ein Schuh immer aus zwei Hauptkomponenten: dem Schaft (oberer Teil) und dem Boden (unterer Teil). Der Schaft besteht aus mehreren Teilen wie Außenschaft, Innenschaft und Zwischenschaft. Der Boden besteht aus einer oder mehreren Sohlen und besitzt oftmals einen Absatz.

Schuheinlagen

Unter einer Schuheinlage oder Einlegesohle versteht man eine lose Innensohle, die auf die Decksohle eines Schuhs gelegt und wieder herausgenommen werden kann. Schuheinlagen verbessern nicht nur den Tragekomfort, sie unterstützen auch die Fußgesundheit. Außerdem können auch orthopädische Gründe das Tragen einer Schuheinlage erforderlich machen. Je nachdem, aus welchem Grund eine Einlegesohle verwendet wird, gibt es unterschiedliche Sohlenarten: Im Sommer können Leder- und Korksohlen beim Gehen für zusätzlichen Komfort sorgen. Auch Frotteesohlen sind für den Sommer geeignet, da sie Feuchtigkeit aufnehmen und die Füße wie beim Barfußgehen atmen lassen. Für die kalte Jahreszeit gibt es Lammfell-, Thermo- und Filzsohlen, die durch ihre Fähigkeit zur Thermoisolierung für warme Füße sorgen und gleichzeitig atmungsaktiv sind. Bei Personen, die unter Fußschweiß leiden, sorgen Aktivkohlesohlen für Abhilfe. Durch einen speziellen Aktivkohlefilter absorbieren sie Feuchtigkeit und vermindern so den Fußgeruch.

Schuhlöffel

Ein Schuhlöffel gehört zur Grundausstattung eines jeden Schuhliebhabers, denn er erleichtert nicht nur das An- und Ausziehen der Schuhe ungemein, sondern schont die Schuhe, da die Fersenkappe weitaus weniger belastet wird. Schuhlöffel werden zumeist aus Holz, Metall oder Horn gefertigt und verhindern durch abgerundete Kanten mögliche Beschädigungen des Schuhs.

Schuhspanner

Neben dem Schuhlöffel ist der Schuhspanner ein unerlässlicher Bestandteil der Schuhpflege. Ein Schuhspanner soll den Schuh nicht im wörtlichen Sinne aufspannen, sondern in seine Ursprungsform zurückbringen, man kann ihn sich auch als Ersatz des Leistens vorstellen. Direkt nach dem Tragen wird der Schuhspanner in den noch warmen Schuh eingesetzt. Dabei sollte er richtig im Schuh sitzen und es sollten keine Hohlräume entstehen. So wird Gehfalten entgegengewirkt, die Bodennähte werden entlastet und durch sein Material – idealerweise Holz – wird die Feuchtigkeit aufgenommen und gleichmäßig nach außen abgeführt. Diese einfache und wirkunsgvolle Maßnahme verlängert das Leben des Schuhs enorm.

Schuhweite

Die Schuhweite oder auch Fußweite beschreibt den Umfang des Fußes auf Höhe der Ballen zwischen dem großen und dem kleinen Zeh. Dies ist die breiteste Stelle des Fußes. Die Fußweite wird daher auch als Ballenmaß bezeichnet. Die richtige Schuhweite ist essentiell für den Sitz und die Haltbarkeit von Schuhen und trägt maßgeblich zum Tragekomfort und zur Fußgesundheit des Trägers bei.

Schwöden

Unter Schwöden versteht man einen Arbeitsschritt bei der Lederherstellung, bei dem die Haare von den Lederhäuten entfernt werden. Vergleichbar mit diesem Prozess ist das Äschern. Beim Schwöden wird eine pastöse Mischung verschiedener Chemikalien fleischseitig auf die Lederhaut aufgetragen. Diese dringt in das Gewebe ein und löst die Haarwurzeln ohne das Haar an sich anzugreifen. Daher kann beim Schwöden, im Gegensatz zum Äschern, die Wolle bzw. das Fell unbeschadet gewonnen und als sogenannte Gerberwolle weiter verwendet werden.

Scotchgrain

Als Scotchgrain wird ein Rindsleder bezeichnet, auf das durch Prägung eine noppenartige, genarbte Struktur aufgebracht wird. In Schottland kaschierte man so früher kleine Schäden, Narben und Unregelmäßigkeiten des Leders von Hochlandrindern. Mit Hilfe des Auftrags zweier verschiedener Farben entsteht ein Tiefeneffekt sowie ein markantes und bisweilen robustes Aussehen.

Semianilinleder

Unter Semianilinleder versteht man durchgefärbte Leder, die nach dem Färbevorgang nur eine leichte Zurichtung erhalten. Das heißt, dass die aufgetragene Pigmentfarbschicht und der abschließende Top Coat nur so dick aufgesprüht werden darf, dass das natürliche Narbenbild noch erkennbar ist. Im Vergleich zum äußerst empfindlichen, da offenporigen Anilinleder, ist Semianilinleder durch die dünne Zurichtung vor äußeren Einflüssen besser geschützt und damit etwas pflegeleichter. Außerdem besticht es durch eine angenehme und weiche Haptik.

Semibrogue

Als Halfbrogue, auch getrennt geschrieben Half Brogue, oder Semibrogue bezeichnet man einen Herrenschuh, der mit einer Vorderkappe ausgestattet ist, die wiederum mit einer Lyralochung versehen wurde. Diese setzt sich unter Umständen auch auf den Rändern der Seitenteile und ggf. der Hinterkappe fort.  Auf der Vorderkappe befindet sich außerdem ein Sternmuster. Eine beliebte Ausführung dieser Art ist zum Beispiel der Derby Halfbrogue.

Senkfuß

Unter einem Senkfuß versteht man eine Fußform, bei der das Längsgewölbe des Fußes abgeflacht ist. Ursache für einen Senkfuß ist in der Regel eine schwache Fußmuskulatur, häufig bedingt durch übermäßiges Sitzen, wenig Bewegung und schlecht sitzende Schuhe. Eine extreme Form des Senkfußes wird auch als Plattfuß bezeichnet.

Slipper

Unter Slipper versteht man einen klassischen Schuhgrundtyp, bei dem der Schaft aus einem einzigen Lederstück besteht. Slipper sind in der Regel leichte und bequeme Schuhe ohne Schnürung oder Schnallen, in die man ganz einfach hineinschlüpft (von engl. „to slip“). Der Vorfahre der heutigen Slipper, die auch Loafer genannt werden, ist der Mokassin der nordamerikanischen Ureinwohner. Während die klassischen Mokassins vorwiegend aus weichem und elastischem Leder bestehen und nur eine dünne Sohle ohne Absatz besitzen, entsprechen Slipper vom Grundaufbau her den heutzutage gängigen Schuhtypen, die einen bestimmten Sohlenaufbau und einen Absatz aufweisen. Slipper werden in der Regel eher im Freizeitbereich zu legerer Garderobe getragen. Eine Variante der klassischen Slipper stellt der Penny Loafer dar.

Softcalf

Unter Softcalf versteht man ein weiches Kalbsleder mit einer leichten Prägung. Das Leder besitzt eine geschmeidige Haptik, ist aber dennoch sehr strapazierfähig. Des Weiteren zeichnet es sich durch seine Unempfindlichkeit gegenüber Kratzern, Abnutzungsspuren und Wasser aus.

Spaltleder

Als Spaltleder bezeichnet man den Fleischspalt und den Kernspalt, die bei der Spaltung von dickeren Lederhäuten wie etwa Rindleder gewonnen werden. Diese Spaltleder besitzen eine beidseitig angeraute Oberfläche. Sie werden auch als Veloursleder oder Spaltvelour bezeichnet und gehören zu den Rauledern.

Spaltung

Unter Spaltung versteht man einen Prozess bei der Bearbeitung von Lederhäuten. Insbesondere dickere Leder wie z. B. Rindleder, die eine Stärke von 5 bis 10 mm aufweisen, sind hierfür geeignet. Bei der Spaltung werden die Lederhäute horizontal in verschiedene Schichten aufgeteilt bzw. gespalten. Die wertvollste und festeste Schicht stellt der Narbenspalt dar, die Schicht mit der Narbenseite. Als Fleischspalt bezeichnet man den Spalt der Fleischseite oder Aasseite. Falls die Lederhaut mehr als zwei Mal gespalten werden kann, kann auch noch der Kernspalt, auch als Mittel- oder Zwischenspalt bekannt, gewonnen werden.

Spitzensprengung

Die Spitzensprengung ist, ebenso wie die Fersensprengung, ein wichtiges Detail am Schuhleisten. Sie definiert den Abstand der Leistenunterseite zum Untergrund. Dadurch ist die Schuhspitze beim fertigen Herrenschuh ein wenig nach oben gewölbt. Die Ausprägung der Spitzensprengung ist von drei Kriterien abhängig: der Höhe des Absatzes, der Steifheit des Schuhbodens und der Länge der Schuhspitze. Die Spitzensprengung dient nicht nur ästhetischen Aspekten, sondern hat in erster Linie maßgeblichen Einfluss auf das Abrollverhalten des Fußes.

Spreizfuß

Als Spreizfuß bezeichnet man eine Fußform, bei der im Mittelfußbereich die Knochenstrahlen auseinandergedrückt sind. Außerdem ist das Quergewölbe im Ballenbereich des Vorderfußes durchgedrückt. Als Folge können Hammerzehen und ein Hallux valgus entstehen. Ursächlich für Spreizfüße ist in erster Linie das falsche Schuhwerk. Insbesondere Absatzschuhe begünstigen die Entwicklung eines Spreizfußes. Spezielle Einlagen und häufiges Barfußlaufen wirken Spreizfüßen entgegen.

Stahlfeder

Die Gelenkfeder oder Stahlfeder befindet sich bei Schuhen mit einfacher Sohle zwischen Brandsohle und Laufsohle, bei Schuhen mit doppelter Sohle zwischen Brandsohle und Zwischensohle. Es handelt sich hierbei um eine um eine etwa 10 cm lange und 1,5 cm breite abgeflachte Feder aus Stahl. Sie wird in den Hohlraum zwischen Rahmen, Keder und Brandsohle eingesetzt und reicht von der Mitte des Absatzes bis zum Beginn des Fußballens. Sie überspannt also den Teil des Schuhs, der den Boden nicht berührt. Die Gelenkfeder wird abschließend mit einer Lederabdeckung bedeckt, die mit Holzstiften an der Brandsohle fixiert wird. Durch die Gelenkfeder erhält der Schuh beim Gehen eine zusätzliche Stabilisierung.

Steppen

Unter Steppen versteht man bei der Schuhherstellung das Vernähen bereits vorgeschnittener Lederteile. In der Regel wird hierzu eine Steppmaschine verwendet. Es wird beim Oberleder mit dem Vernähen begonnen, dann wird das Futter zusammen- und eingenäht. Im weiteren Verlauf werden Vorderkappe und Hinterkappe hinzugefügt, um den Schaft zu verstärken. Ein wichtiger Aspekt des Steppens ist, dass die Naht gerade und gleichmäßig gesetzt wird. Sie trägt nicht nur zu Haltbarkeit des Schuhs bei, sondern dient auch der Zierde.

Stiefel

Unter einem Stiefel versteht man einen Schuh, dessen Schaftteil über den Knöchel hinausragt. Technisch gesehen, muss für einen Stiefel die Höhe des Schafts mindestens 80 % der jeweiligen Schuhlänge betragen – und zwar gemessen am Fersenteil des Schuhs oberhalb der Oberkante des Absatzes. Stiefel gibt es in vielen verschiedenen Varianten mit unterschiedlichen Absatzhöhen.

Stiefelette

Generell spricht man bei einem nur knöchelhohen Stiefel von einer Stiefelette als Sammelbegriff für verschiedene Stiefelarten mit dieser Schafthöhe. Hin und wieder werden Stiefel mit einem seitlichen Elastikeinsatz wie Chelsea-Boots im engeren Sinne als Stiefeletten bezeichent.  

Straightbrogue

Wie auch das Schuhmodell Longwing besitzt der Straightbrogue eine Flügelkappe, deren seitliche Ausläufer oder Flügel sich parallel zum Schuhboden nach hinten Richtung Fersenteil ziehen. Allerdings werden die seitlichen Ausläufer beim Straightbrogue etwa auf Höhe des Absatzes von den Quartieren überlappt. Beim Longwing ziehen sich die Flügel dagegen komplett bis zur Fersennaht durch.

T

Top Coat

Als Top Coat, auch Appretur oder Finish genannt, bezeichnet man eine abschließende Oberflächenbehandlung bei der Zurichtung von Lederhäuten. Der Top Coat ist eine meist farblose oder nur leicht pigmentierte Beschichtung, die als Versiegelung auf das gefärbte Leder aufgetragen wird. Er schützt das Leder vor äußeren Einflüssen, vor Wasser, Verschmutzungen, Verfärbungen und Gebrauchsspuren. Zudem verleiht der Top Coat dem Leder seine endgültige Optik. So kann eine Lederhaut durch den Top Coat z. B. hochglänzend oder matt werden. Auch die Haptik des Leders wird durch den Top Coat maßgeblich beeinflusst.

Ü

Überstemme

Die Aufgabe der Überstemme ist es, die Außen- und Innenseite eines Schuhs zu stützen und eine große Ausdehnung und Faltenbildung des Leders während des Gehens zu verhindern. Es handelt sich hierbei um etwa 1,2–1,4 mm starke Lederstreifen aus dem Material des Oberleders, die innen und außen am Schuh zwischen Vorderkappe und Hinterkappe angebracht werden. Die Überstemme sitzt dabei zwischen Oberleder und Futter.

U

Ungarische Leistenform

Die Ungarische Leistenform bietet mit ihrem großzügigen Schnitt vor allem Zehenfreiheit und Komfort. Der breite Vorderbereich und der hochaufsteigende Rist führt zu einem eleganten bis sportlichen Design – ein gelungener Kompromiss aus Komfort und klassischer Formgebung. Auch normale bis breite Füßen finden in hier genug Platz. Aus dieser Leistenform ergibt sich eine Überlänge von 1,5 cm.

V

Veldtschoen

Unter Veldtschoen versteht man eine Machart von Schuhen, die insbesondere bei robusten Schuhen und Stiefeln angewandt wird. Der Name Veldtschoen leitet sich vom Afrikaans-Wort für Feldschuh oder Buschschuh ab. Die Besonderheit an Veldtschoen-Schuhen ist, dass Oberleder und Futter nicht zuerst vernäht werden, sondern ausschließlich das Futter mit Gemband oder Einstechdamm verbunden wird. Dann erst wird das Oberleder mit Rahmen und Zwischensohle vernäht. Der Rahmen wird also vom Oberleder verdeckt. Eine weitere Naht verbindet Oberleder, Rahmen und Laufsohle. Durch die Veldtschoen-Machart entstehen äußerst stabile, wasserdichte und robuste Schuhe.

Velourscalf

Unter Velourscalf oder auch Samtkalbleder versteht man weiches Kalbsleder, das fleischseitig angeschliffen wird. Dadurch entsteht eine samtige und geschmeidige Oberfläche, die durch eine außerordentliche Haptik besticht. Schuhe aus Velourscalf benötigen eine sorgfältige Imprägnierung.

Veloursleder

Als Veloursleder bezeichnet man zwei verschiedene Ledersorten: zum einen der nach der Spaltung von Lederhäuten erhaltene untere Schicht, der sogenannte Fleischspalt, besser bekannt unter der Bezeichnung Spaltvelours, der auf beiden Seiten eine samtig-raue Oberflächenstruktur besitzt, zum anderen generell die raue Unterseite von Lederhäuten. Im Vergleich zum Nubukleder, das nur einen feinen Oberflächenflor besitzt, ist die Oberfläche von Veloursleder deutlich angerauter und grobfloriger. Da Veloursleder sehr offenporig ist, zeichnet es sich u. a. durch eine hohe Atmungsaktivität aus, weshalb es gerne im Haushaltsbereich eingesetzt wird. Hier insbesondere bei Arbeitshandschuhen oder Sportschuhen. Aber auch im Bekleidungs- und Polstermöbelbereich findet Veloursleder häufig Verwendung. Durch seine offenporige Oberflächenstruktur ist die Wasserdichtigkeit von Veloursleder vermindert, auch Schmutz kann leichter in das Leder eindringen oder es entstehen speckige Stellen. Daher wird eine regelmäßige Pflege und Reinigung von Artikeln aus Veloursleder angeraten.

Vibram

Die rutschfesten und stabilen Gummisohlen des gleichnamigen italienischen Traditionsunternehmens wurden ursprünglich in erster Linie für Berg- und Wanderschuhe verwendet. Zwischenzeitlich bietet das Unternehmen viele verschiedene Sohlen für unterschiedlichstes Schuhwerk an, so z. B. die Stadtprofilsohlen mit geringerer Profiltiefe für elegante und funktionelle Herrenschuhe oder die Bergprofilsohlen speziell für hochwertige und robuste Herrenschuhe, die auch bei Eis und Schnee für sicheren Halt und Rutschfestigkeit sorgen.

Vorderblatt

Das Blatt oder auch Vorderblatt ist ein Bestandteil des Schuhschaftes vorne. Es liegt oben auf den Zehen und dem Mittelfuß auf.

Vorderkappe

Bei der Vorderkappe unterscheidet man zwischen der inneren und der äußeren. Die innere Vorderkappe ist ein etwa 1,7–2 mm starkes Lederstück, das an der Spitze des Schuhs zwischen Oberleder und Futterleder eingearbeitet wird. Das Lederstück der inneren Vorderkappe wird bei hochwertigen Schuhen mit Hirschkleber verklebt, was versteifend und verstärkend wirkt. Dadurch erlangt die Schuhspitze Festigkeit, sodass Verformungen während des Gehens oder durch Nässe verhindert werden. Außerdem werden die Zehen durch die verstärkte Schuhspitze geschützt. Die Form des Lederstücks der inneren Vorderkappe hängt von dem jeweiligen Schuhmodell ab. Die äußere Vorderkappe wird auf das Oberleder der Schuhspitze aufgesetzt und dient ihrer Verzierung. Sie kann in verschiedenen Varianten auftreten: Plain, Semibrogue oder Fullbrogue. Während Plain die einfachste Form darstellt, gerade geschnitten ohne weitere Ziermuster (siehe auch Captoe), zeichnen sich Semibrogue- und Fullbrogue-Vorderkappen durch kunstvolle Lochmuster-Verzierungen aus. Sie unterscheiden sich nur hinsichtlich ihrer Form: Semibrogue-Vorderkappen sind gerade geschnitten, während Fullbrogue-Vorderkappen einen geflügelten Schnitt besitzen. Daher nennt man diese Vorderkappenform auch Flügelkappen. Diese gibt es auch in der Ausführung Longwing.

W

Wasserpolitur

Unter Wasserpolitur versteht man eine Methode, Schuhe auf Hochglanz zu polieren. Besonders geeignet für Schuhe, die nicht mehr ganz neu sind. Die Politur beginnt nach dem Auftragen und Trocknen der Schuhcreme. Hierfür sind lediglich ein Auftragslappen, farblich passende Hartwachsschuhcreme und etwas Leitungswasser nötig. Der mit einer kleinen Menge Schuhcreme versehene Auftragslappen wird kurz ins Wasser eingetaucht. Danach die Schuhcreme so lange kreisförmig und wiederholt auf dem Oberleder verteilen, bis der Schuh zu glänzen beginnt. Je länger poliert wird, desto glänzender wird das Oberleder – bis schließlich der Hochglanzeffekt eintritt.

Waxcalf

Als Waxcalf bezeichnet man ein kräftiges Kalbsleder mit einer matten Oberfläche. Waxcalf besitzt eine strapazierfähige Narbenseite, wodurch es robust, wasserabweisend und unempfindlich gegen Kratzer und Abnutzungsspuren ist.

Weichen

Das Weichen findet in der Gerberei statt und ist ein Arbeitsschritt in der Lederherstellung. Bei diesem Prozess werden die Rohhäute oder Felle in rotierende Fässer mit kaltem Wasser gegeben, um Blut, Schmutz und Konservierungs- bzw. Desinfektionsmittel zu beseitigen. Durch das Weichen erlangen die Häute ihre natürlichen Wassergehalt und Geschmeidigkeit zurück. An das Weichen schließt sich in der Regel der Prozess des Äscherns an.

Wholecut

Als Wholecut bezeichnet man ein Herrenschuhmodell, bei dem das gesamte Oberleder aus einem Stück gearbeitet ist. Die Herstellung eines Wholecuts ist eine der anspruchsvollsten der Schuhmacherkunst, erfordert sie doch ein hohes Maß an handwerklicher Erfahrung, Geschick und Feingefühl. Das Oberleder muss absolut akkurat auf den Leisten aufgebracht werden, um etwaige Unebenheiten oder Luftblasen zu vermeiden, die den Schuh nicht tragbar machen würden. Der Wholecut besitzt des Weiteren eine geschlossene Schnürung und erinnert damit an das berühmte Modell Oxford. Durch das Aufbringen einer Handnaht, einer Reversenaht oder einer Lyralochung kann die Optik des Wholecuts variiert werden. Ein Wholecut-Herrenschuh zeichnet sich durch zeitlose Eleganz und Minimalismus aus und ist sowohl für den Freizeit- oder Businessbereich wie auch für den festlichen Anlass geeignet.

Wichse

Unter Wichse oder auch Schuhwichse versteht man ein traditionelles Pflege- und Imprägniermittel für Lederschuhe, das bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts verwendet wurde. Es gab vier verschiedene Schuhwichssorten: Fettige, seifige und wässrige Wichsen sowie englische Glanzwichsen. Diese Schuhwichsen enthielten aber z. T. verderbliche Inhaltsstoffe oder sorgten nur für einen kurzzeitigen Pflegeeffekt, weshalb ihre Anwendung oftmals nicht unproblematisch war. Die Erfindung der Schuhcreme verdrängte daher die Schuhwichse gänzlich vom Markt.

Wiener Leistenform

Die Wiener Leistenform ist gerade auch wegen ihrer großzügigen Breite beliebt, die sie nahezu für alle Füße tragbar macht. Ihr flach abfallender Vorderbereich und ihre schön anzuschauende Spitzenrundung macht sie zudem zum Favoriten vieler Schuhliebhaber.

Wildleder

Ursprünglich war Wildleder der Oberbegriff für alle Arten von Leder, die von wildlebenden Tieren stammen. Dazu gehören z. B. Hirsch-, Rentier-, Büffel- oder Elchleder, aber auch exotische Lederarten wie Antilopen-, Känguru- oder Krokodilleder fallen hierunter. Heutzutage stammt Leder in der Regel von Tieren aus Gehegehaltung. Leder von wildlebenden Tieren ist zwischenzeitlich eher selten und entsprechend hochpreisig. Umgangssprachlich wird der Begriff Wildleder heute für alle Lederarten mit angerauter Oberflächenstruktur verwendet, die im Fachjargon unter der Bezeichnung Rauleder zusammengefasst sind.

X

X-Beine

Unter X-Beinen versteht man eine Fehlstellung im Bereich des Kniegelenks. Bei Menschen ohne Beinfehlstellung lässt sich von dem Mittelpunkt des Hüftgelenks durch die Zentren des Kniegelenks und des Sprunggelenks eine imaginäre Gerade ziehen, die sogenannte Mikulicz-Linie. Bei X-Beinen weicht das Kniegelenk von dieser Gerade ab: die Kniegelenke sind einander zugewandt, der Unterschenkel knickt in Relation zum Oberschenkel distal nach außen ab. Diese Fehlstellung wird auch Valgusstellung bzw. Genu valgum genannt. Durch X-Beine wird das Kniegelenk einseitig überbelastet, was langfristig eine Schädigung des Gelenks sowie des Gelenkknorpels nach sich zieht. X-Beine können auf einer angeborenen Fehlstellung beruhen, aber auch durch Verletzungen oder Erkrankungen hervorgerufen werden.

Y

Yakleder

Ein in der westlichen Welt seltenes und exotisches Leder stammt von dem asiatischen Hochgebirgsrind, dem Yak. Diese Rinderart, die sich perfekt an das raue Klima des zentralasiatischen Hochlands angepasst hat, liefert strapazierfähige und robuste Lederhäute. Maßgeblich für die Qualität des Leders ist das Alter und das Geschlecht des Tieres. Die Haut von älteren Tieren ist dicker und durch gröbere Fasern weniger gleichmäßig als die von jüngeren. Weibliche Yaks besitzen im Vergleich zu männlichen Tieren eine dünnere Haut, die weitaus elastischer ist. Yakleder wird hauptsächlich in China produziert und findet schwerpunktmäßig im Schuhbereich, aber auch für Sattel, Taschen, Riemen, Gürtel Verwendung. Für die Schuhpflege gibt es außerdem hervorragende, mit Yakhaar bestückte Glanzbürsten.

Z

Zunge

Der als Lasche oder Zunge bezeichnete Schaftteil des Schuhs befindet sich direkt unter der Schnürung und wird von den Seitenteilen bedeckt. Die Zunge schützt den Fuß vor eindringendem Schmutz sowie vor Reibung und entlastet den Fußrücken vom Druck der Schnürung.

Zurichtung

Die Zurichtung, auch Kopffärbung oder Pigmentierung genannt, dient zur optischen Gestaltung der Oberflächenstruktur und zur Optimierung ihrer Eigenschaften. Das Leder wird hierdurch strapazierfähig, wasserabweisend und fleckenunempfindlich. Bei der Zurichtung erhält das Leder nach einer vorherigen Grundierung eine Pigmentfarbschicht und abschließend eine dünne Klarlackschicht, auch Top Coat, Appretur oder Finish genannt. Der Top Coat sorgt für eine glänzende Oberfläche und schützt das Leder vor äußeren Einflüssen. Je nach Dicke der Farb- und Lackschicht ist das Narbenbild mehr oder weniger sichtbar. Zugerichtete Leder werden auch als gedeckte oder pigmentierte Leder bezeichnet. Leder ohne Zurichtung werden Anilinleder genannt. Leder, die nur eine leichte Zurichtung erhalten haben, heißen Semianilinleder.

Zwicken

Das Zwicken bezeichnet bei der handwerklichen Herstellung von Schuhen folgenden Arbeitsschritt: Zuerst wird die Brandsohle an der Unterseite des Leistens befestigt, dann wird der Schuhschaft präzise und mit Spannung über den Leisten gezogen und mithilfe von ca. 50 Nägeln mit der Brandsohle verbunden. Der innenliegende Leisten verleiht dem Oberleder so die gewünschte Form. Durch eine Ruhezeit von mindestens 48 Stunden in dieser Position nimmt das Leder die Form des Leistens endgültig an.

Zwiegenäht

Hierunter versteht man – wie beim rahmengenähten Schuh – eine Verarbeitungstechnik bei der Herstellung von handgefertigten Herrenschuhen. Auch hier wird der Rahmen durch die Rahmennaht mit Brandsohle und Schaft verbunden, allerdings wird er außen an den Schaft angenäht, wodurch die Rahmennaht deutlich erkennbar ist. Zwiegenähte Herrenschuhe mit einfacher Sohle zeichnen sich durch zwei Stichreihen aus, solche mit doppelter Sohle besitzen drei Stichreihen. Der zwiegenähte Herrenschuh ist in der Regel robuster und sportlicher als sein rahmengenähter Verwandter und somit eher für den Alltag als für besondere Anlässe geeignet.

Zwischensohle

Die Zwischensohle, ein Charakteristikum von Schuhen mit doppelter Sohle, befindet sich zwischen Rahmen und Laufsohle eines Schuhs. Sie ist mit einer Stärke von wenigen Millimetern weitaus dünner und somit auch viel flexibler als die Laufsohle. Diese zusätzliche Sohle verleiht dem Schuh einen höheren Tragekomfort, da sie den Fuß vor eventuellen Unebenheiten des Bodens schützt.

Zwischensohlennaht

Als Zwischensohlennaht bezeichnet man die Naht, die den Rahmen und die Zwischensohle eines Schuhs miteinander verbindet.