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Die Antike

Übersicht

Die Antike – es lebe die Sandale!

Vorgeschichtliche Schuhe erfüllten vermutlich in erster Linie die Funktion, den Fuß des Trägers zu schützen. Doch bereits in der Antike stellten Schuhe nicht nur einen Schutz dar, sondern sagten auch etwas über den sozialen Status ihres Trägers aus.

Statussymbol Schuh

So trugen im Alten Ägypten nur Pharaonen, Priester und hohe Beamte Zehenstegsandalen, deren Schaftriemen diagonal über den Spann verliefen. Selbstverständlich waren die Sandalen der Pharaonen im Gegensatz zu denen der Priester und Beamten vergoldet und aufwendig verziert. Das gemeine Volk blieb barfuß.

Auch im Alten Rom wurde je nach Bevölkerungsschicht unterschiedliches Schuhwerk getragen. Das einfache Volk verrichtete zumeist in einfachen Carbatinae, sogenannten Bundschuhen, seine Arbeit. Diese bestanden üblicherweise aus einem einzigen Stück Rindleder, dessen Oberseite gelocht und eingeschnitten war, wodurch die Passform verbessert wurde. Bundschuhe wurden mit langen Bändern oder Lederriemchen verschlossen. Die römischen Bürger wandelten dagegen in Calcei, ledernen Schuhen mit Sohle, deren zahlreiche Lederbänder und -riemen um Fuß und Knöchel gebunden wurden. Je nach gesellschaftlichem Stand und Geschlecht unterschieden sich die Calcei in Farbe und Verzierung. So waren die Calcei des Kaisers purpurrot. Nur er durfte solches Schuhwerk tragen, das zur traditionell-römischen Königstracht gehörte. Das Standardschuhwerk der römischen Legionäre waren dagegen Sandalen, die Caligae genannt wurden. Anhand der Stärke der Schuhsohle und der Anzahl der Riemen der kniehohen Stiefelsandalen ließ sich der jeweilige Rang des Legionärs feststellen.

Freiheitssandalen

Im antiken Griechenland war es den freien Bürgern vorbehalten, Sandalen zu tragen, während Sklaven barfuß gehen mussten. Die Schauspieler der griechischen Tragödie trugen als Bühnenschuhe hochsohlige Stiefelsandalen, sogenannte Kothurnen, um auf der Bühne größer zu wirken. Diese stelzenartigen Schuhe können als Vorläufer der Plateauschuhe angesehen werden.

„Schuster, bleib bei deinem Leisten“

Das hinlänglich bekannte Sprichwort „Schuster, bleib bei deinem Leisten“ verdanken wir übrigens auch dem griechischen Altertum. Der damals berühmteste Maler Apelles hatte die Angewohnheit, seine fertigen Werke in der Öffentlichkeit aufzustellen und sich in deren Nähe zu verstecken. So konnte er heimlich hören, welche Meinung die Passanten zu seinen Bildern hatten. Einem vorbeikommenden Schuhmacher fiel auf, dass an einem der abgebildeten Schuhe eine Öse fehlte. Diesen tatsächlichen Fehler korrigierte Apelles schnell. Übermütig bemängelte der Schuhmacher sodann die malerische Ausführung eines der Beine. Dies war dem stolzen Maler allerdings zu viel des Guten. So rügte er den vorwitzigen Schuhmacher „Ne sutor supra crepidam!“ –„Was über dem Schuh ist, kann der Schuster nicht beurteilen!“ Oder frei übersetzt: „Schuster, bleib bei deinem Leisten.“