Service-Center | Kundeninformationen
Haben Sie Fragen? +43 1 714 15 82

Das Mittelalter

Übersicht

Das Mittelalter – Zeig mir deinen Schuh …

… und ich sage dir, wer du bist. Im mittelalterlichen Europa haben Wendeschuhe ihre Blütezeit. Bei diesen Schuhen wurden Sohle und Schaft auf links, also mit der Innenseite nach außen zeigend, vernäht. Die nachfolgende Wendung auf rechts führte dazu, dass die Nähte innen im Schuh lagen und so besser vor äußeren Einflüssen oder Abrieb geschützt waren.

Die Moden des Mittelalters

Im Verlauf des Mittelalters wurde die Optik des Wendeschuhs immer vielfältiger. So variierten die Höhe und der Schnitt des Schafts und auch die Verschlusstechnik wurde mannigfaltiger. Neben Schnür- und Knöpfschuhen gab es auch Schlupf- und Riemenschuhe, später auch Stiefel. Auch die Form der Schuhe wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte. So waren die Spitzen und Fersen von Schuhen aus dem 11. sowie 12. Jahrhundert spitz zulaufend. Im 13. Jahrhundert waren dagegen rundliche Formen in Mode. Bis in die heutige Zeit bekannt sind die außergewöhnlichen Schnabelschuhe, die ab dem 14. Jahrhundert getragen wurden. Diese Wendeschuhe besaßen eine auffallend lang gezogene und z. T. aufgebogene Schuhspitze.

Imposante Schnäbel

Heutzutage verbindet man Schnabelschuhe eher mit Gauklern und Narren. Im Mittelalter waren sie jedoch nicht nur diesen vorbehalten, sondern wurden durch alle Schichten hinweg getragen. Die Länge der Schuhspitze unterlag dabei einer strengen Kleiderordnung, da sie den gesellschaftlichen Stand des Trägers kenntlich machte: je länger der Schuhschnabel, desto höher der soziale Status. Um die empfindlichen Schnabelschuhe vor Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen, wurden insbesondere von den Bewohnern der Städte noch zusätzliche Unterschuhe aus Holz getragen, sogenannte Trippen.