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Rendenbach Leder

Übersicht

Aus Tradition natürlich gegerbt

Beim Altgrubengerbverfahren handelt es sich um ein traditionelles, naturreines Verfahren der Ledergerbung, das in alten, etwa drei Meter tiefen Eichenholzgruben durchgeführt wird. Beim Altgrubengerbverfahren kommen natürliche Gerbstoffe in Form von Baumrinden und Früchten zum Einsatz. Der Gerbprozess dauert, je nach Stärke der Haut, bis zu 9 Monate. Die Gerbung erfolgt ohne mechanische Bewegung.

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Altgerberleder

Nach dem Altgrubengerbverfahren hergestelltes Leder, das neben zahlreichen anderen Vorzügen ein spezifisch leichtes Gewicht aufweist, da die Haut aufgrund der langen Gerbdauer nur die Gerbstoffe aufnimmt, die sie tatsächlich benötigt. Altgerberleder besitzt einzigartige Qualitätsmerkmale. Qualitätsmerkmale: Es ist extrem abriebfest, zäh und dabei flexibel, als Laufsohle von hervorragender Solidität und hohem Tragekomfort, und zeichnet sich durch ein schönes Narbenbild und einen warmen, holzähnlichen Ton aus. Traditionell gegerbte Bodenleder sind weiterhin:

  • stark wasserabweisend
  • besonders atmungsaktiv
  • absorbiert Fußschweiß
  • desodorierend und keimtötend
  • vorbeugend gegen Fußpilzerkrankungen
  • spezifisch leichtes Gewicht
  • vollständig biologisch abbaubar

Altgerber-Verband e.V.

Der Altgerber-Verband e.V. ist ein deutscher Verband mit ehemals 80, zur Zeit noch drei Mitgliedern, der über die Einhaltung der strengen Herstellungskriterien für ALTE EICHENLOH-GRUBENGERBUNG wacht. Das Gütesiegel (RAL Dreiecksstempel) des Verbandes darf nur auf Leder erscheinen, das nach den strengen Kriterien des Verbandes gegerbt wurde.


Kleine Begriffskunde

Es folgt eine kurze Erläuterung wichtiger Begriffe zum Gerben

Äscherungsprozess

auch Enthaarungsprozess genannt. Die Haare lösen sich im Verlauf von etwa 12 Stunden durch einen Fäulnisprozess von der Haut.


Blöße

Die von Fleisch und Haaren bereinigten Häute.


Crouponage

Zuschnitt des Kernstücks der Haut (Croupon) vor der Gerbung. Die Crouponage erfolgt mit einem sehr scharfen Messer auf dem sogenannten Crouponiertisch. Aus der längsgefalteten Haut wird der sogenannte Doppelcroupon herausgeschnitten. Ein Teil der bei der Crouponage anfallenden Flanken (Seiten) wird für die Produktion von schweißfester, orthopädischer Ware verwendet; der Rest wird weiterverkauft. Bei der Crouponage von dünnen Schwedenhäuten geht neben dem eigentlichen Croupon auch der Hals in die eigene Verarbeitung.


Entfleischen

Auf der Entfleischmaschine wird die zuvor im Äscher gequollene Haut mit Hilfe eines Messerzylinders bei 1.800 Umdrehungen pro Minute von Fett und Fleisch befreit.


Entkälken

Die gequollene, vom Gneist befreite Haut wird in die Neutralisierungs- und Entkälkungshaspel gelegt, durch Zugabe lauwarmen Wassers wieder in den Normalzustand zurückgeführt und damit auf die im chemikalisch sauren Bereich laufende Gerbung vorbereitet. Die Entquellung ist ein wichtiger Arbeitsschritt, damit die Gerbstoffe leichter ins Hautinnere diffundieren können. In der Neutralisierungshaspel findet der Übergang vom alkalischen in den sauren Bereich statt. Nach dem Entkälken ist die Haut (Blöße) weiß, glatt und für den Gerbprozess vollständig vorbereitet.


Farbengang

Die eigentliche Gerbung beginnt im Farbengang. Hier findet über circa vier Wochen zunächst eine langsame Ausgerbung der Blöße statt. Die Faserungen (Fibrillen) der Haut werden geöffnet und auf die spätere Aufnahme der Tanine (Gerbstoffe) vorbereitet. Der Farbengang besteht aus mehreren Gruben, die mit Brühen unterschiedlicher Konzentration gefüllt sind. Die Rahmen mit den Häuten werden täglich von einer Grube des Systems in die nächste umgelagert. Die einzelnen Gruben sind nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren in einem geschlossenen Kreislauf miteinander verbunden.


Flämenschnitt

Der Crouponage-Schnitt beginnt etwa zwei Finger breit über der sogenannten Flämenspitze. Unter Fläme versteht man die Teile der Haut, die durch die Bewegung der oberen Beinmuskulatur in ihrer Faserung lose gewachsen und daher für die Bodenlederproduktion nicht nutzbar sind. Häute Für unsere Bodenleder kommen erstklassige, makellose Häute in Frage. Kuhhäute verfügen über die engste und dichteste Faserstruktur mit den feinsten Fibrillen. Ochsen-und Bullenhäute weisen für die Produktion von Bodenleder eine zu grobe und lose Hautfaser auf. Die Lederfabrik Joh. Rendenbach jr. bezieht ihre Rohware überwiegend aus Skandinavien und Süddeutschland.


Gerberlohe

Gerbstoffhaltige Substanz oder Materialmischung, in die die vorbehandelten Häute (Blößen) eingebettet werden. Im Verlauf der Gerbung werden die Gerbstoffe der Lohe in die Eiweißstruktur der Haut eingebunden und sorgen für deren Konservierung und Vernetzung. Für die Altgrubengerbung liefert die Natur alle notwendigen Lohebestandteile. Dazu zählen Eichen-, Fichten- und Mimosarinde sowie Valonea-Früchte. Ein wichtiges Merkmal der Altgrubengerbung ist, dass zur Herstellung der Gerberlohe geschrotete Pflanzenteile verwendet werden.


Natürliche Gerbstoffe

  • Eichenrinde: Sie besitzt einen Reingerbstoffgehalt von acht bis zehn Prozent. Bei Rendenbach beziehen wir Eichenrinde aus luxemburgischen Lohhecken, die kontinuierlich wieder aufgeforstet werden.

  • Fichtenrinde: Aus dem Schwarzwald stammt ein weiterer wichtiger Bestandteil der Lohe. Sie fällt als Nebenprodukt bei der Holzgewinnung an und weist einen sehr hohen Zuckergehalt auf, der bei der Gerbung in Säure umschlägt.

  • Der Valoneabaum besitzt Früchte, deren Zacken einen Gerbstoffgehalt von 30 bis 35 Prozent und ähnliche Gerbeigenschaften wie die Eichenrinde aufweisen.

  • Mimosa-Rinde mit einem Gerbstoffgehalt von 30 bis 35 Prozent ergänzt die Mischung und erhöht den flexiblen Charakter des Leders.


Streichen

Die Häute werden kurz in warmes Wasser gelegt und danach auf der Glättmaschine (Streichmaschine / Schlickerwalze) narbenseitig restgesäubert. Der Gerber spricht hier von der Entfernung des „Gneist“, der aus Schmutzteilen wie Hornschicht, Haarwurzeln und Farbpigmenten besteht.


Versenk

Die zweite Stufe des Angerbens findet im Versenk statt. Es handelt sich hierbei um eine stärker konzentrierte Gerbbrühe, in welche das Hautmaterial eingehangen wird.


Weiche (Schmutzweiche)

In 30 Grad warmem Wasser werden Salz, Schmutz und Dung von der Haut abgewaschen. Die durch Konservierung angetrocknete bzw. hart gewordene Haut wird mit Feuchtigkeit getränkt, um wieder einen Zustand „wie am lebenden Vieh“ zu erreichen.